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Copyright:  Gerd Rasquin  -  November 2006 – aktualisiert im August 2009

 

 

 

 

 

Blumen von Bejöhr  (Textgrafik)

 

 

Laden-Ansichten

 

In einem über fünfzig Jahre alten Haus an der Horner Landstraße 176, in dem einst die Patriotin Anna Lühring lebte und im Sommer 1866 starb, eröffneten der Landschaftsgärtner August Wilhelm Bejöhr (1872-1944) und Ehefrau Bertha am 11. August 1903 einen Blumenladen, vermutlich den ersten in Horn.

 

Mit Pflanzen gehandelt wurde allerdings schon früher. Ein Jahr zuvor hatte nämlich C. Berger an der Horner Landstraße 25 eine Blumenhandlung eröffnet, und bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts dürfte der Gärtner Johann Friedrich Jannack (1760-1827) seine "Bäume-, Pflanzen- und Blumenhandlung" betrieben haben. Er bewohnte die Bauernkate „Rauhes Haus“ vermutlich schon ab 1795, als der Besitzer des Hammer Hofs, Johannes de Chapeaurouge, die Immobilie erworben hatte.

 

Im Herbst 1907 zog August Wilhelm Bejöhr in die Horner Landstraße 187. Die beiden Fotos ganz oben entstanden um 1910 bzw. 1930. Fast drei Jahrzehnte lang war dieser Laden im Stadtteil ein Begriff, da musste das siebzig Jahre alte Gebäude 1935 abgebrochen werden, um die Straße nach neuer Baulinie begradigen zu können. Der alte Bejöhr ging deshalb in Rente und übergab das Geschäft an seinen Sohn Wilhelm (geboren am 10.6.1910), der noch im selben Jahr einen Laden im großen Wohnhaus Nr. 208 schräg gegenüber eröffnete (Foto 3). Beim Fliegerangriff Ende Juli 1943 brannte alles aus.

 

Erst nach Kriegsende wurden im Sommer 1945 wieder Blumen verkauft. Der kleine Laden befand sich im Keller eines im Krieg zerstörten Hauses des Lateinlehrers „Muschi“ Meyer an der Pagenfelder Straße Nr. 8. Im Jahre 1947 zog man als "Blumenbinderei Bejöhr" in einen kleinen Hausanbau auf dem Geestrücken (rechts oben in der Ecke des letzten Fotos), bevor im Herbst 1949 ein neuer Holzpavillon direkt an der Horner Landstraße 187 zur Verfügung stand. Im Jahr darauf entstand rückseitig ein Anbau (nachstehendes Foto).

 

Blumenladen ab Sommer 1950

 

Nach Erwerb des rechten Nachbargrundstücks, früher der Familie Herber gehörend, ließ Wilhelm Bejöhr in den Jahren 1957/58 ein dreistöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit den Eingängen 193, 193a und 193b errichten. In einem ebenerdigen Anbau links eröffnete er am 20. November 1958 sein "Horner Blumenhaus" (Foto 4 der Bildercollage). Ab 1972 führte er das moderne Geschäft zusammen mit Sohn Hinrich. Nach dem Tode des alten Bejöhr, am 29. Juli 1984, existierte der Laden nur noch wenige Jahre. Schon zum 1. November 1989 vermiete Hinrich Bejöhr die Räume an ein "Wasch-Center", da sich eine qualitative Fortführung des Blumengeschäfts wirtschaftlich nicht mehr vertreten ließ. Das Gewerbe wurde zwar noch bis zum 31. August 1993 fortgeführt, allerdings nur im kleinen Rahmen mit alten Geschäftskunden.


Horn-Chronik