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Copyright: Gerd Rasquin  -  März 2007

 


Sportman's House

Beim Westausgang des U-Bahnhofs Horner Rennbahn lag einst ein Hofgebäude aus dem 17. Jahrhundert, das von der Bauernfamilie Langhein errichtet worden war. Ob es im Jahre 1890 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde oder abgebrannt ist, wird sich wohl nicht mehr feststellen lassen. Auf der nun freien Fläche ließ Grundbesitzer und Landmann H.H.F. Langhein zwei baugleiche kleine Häuser errichten, die 1891 bezogen werden konnten. Während das südlich gelegene mit der Nr. 67 ein reines Wohnhaus blieb, gab es im in Nr. 69 auch ein Lokal. Erster Wirt war F. Langhein. Vermutlich im Jahre 1903 wurde Fritz Maass neuer Wirt. Der originelle Name für sein kleines Lokal stand in Bezug zum alljährlichen Derby in Horn, denn als "Sportmen" bezeichneten sich die dem Pferdesport zugeneigten, meist vornehmeren Herren der Gesellschaft.

 

Im Jahre 1909 entschloss sich der "Hamburg-Horner Turnverein von 1905 e.V.", hier seine ständigen Turnratssitzungen und kleine Feiern stattfinden zu lassen. Erstmalig hatte man sich am Donnerstag den 23. Februar um 21 Uhr getroffen, dann aber noch dreimal woanders getagt. Ab 24. Juli jedoch sollte der nördliche Bauerberg Nr. 69 zum ständigen Treffpunkt werden. Fast passend dazu lesen wir in einem uralten Bericht:

 

"Es ist in Horn allemahl üblich gewesen, dass die Landleute alle viertel Jahr auf einem Sonntag zusammenkommen, der Kuhhirte bläset mit seinem Horn und alsdenn versammeln sich Hufner und Käthner bei einem Tisch und Bank unter freiem Himmel, welche Gegend der Bauerberg genannt wird. Der Bauernvoigt hält seine Anrede und stellt ihnen die Angelegenheiten des Dorfes vor, und alsdenn wird beratschlaget".

 

In "Sportman's House" übte auch das "Trommler- und Pfeiferkorps", plante ein Festausschuss das erste große Vereinsjubiläum zum fünfjährigen Bestehen des "H.H.T." Es fand am 22. Mai 1910 im Billwärder Park statt und war ein großes Familienfest mit Wettspielen und Schauturnen. Waghalsige Pyramidenbauten, Reck- und Barrenturnen sowie Stabübungen bei bengalischer Beleuchtung begeisterten seinerzeit die Zuschauer.

 

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 wurde die erfreuliche Entwicklung des "H.H.T." urplötzlich unterbrochen. "Weil das Land nun körperlich tüchtige Jugendliche und Männer benötigte, hatte man auf der letzten Turnratssitzung noch beschlossen, den Vereinsbetrieb fortzusetzen. Dann aber kam doch alles anders. Viele Turner wurden eingezogen, die Halle der Bauerbergschule zur Kriegsküche umfunktioniert. Viele Turner waren im Krieg gefallen oder galten als vermisst. Eine Gedenktafel mit ihren Namen hing später in der alten Turnhalle.

 

1929 wurde die anfangs auch als "Weinhandlung und Club-Local" geführte Gastwirtschaft von H. Martensen übernommen, der sie in "Horner Vereinslokal" umbenannte.

 

Nachdem man am 16. August 1946 den Verein neu gegründet hatte, diente das von Bomben verschonte, jetzt von Carl Schmidt geführte Lokal, weiterhin als "Vereinskneipe". Ab Juli 1948 stand Theodor Wittheim hinter der Theke, nach seinem Tode die Witwe, von allen "Tante Sophie" genannt.

 

Für den Westausgang des neuen U-Bahnhofs wurde das Haus 1965 abgerissen. Letzter Wirt ab Herbst 1957 war Walther Berger.

 

Clubraum

 

1920 im Vereinsraum des Lokals:  Horner Turner eingerahmt von den Wirtsleuten Maass

 


Horn-Chronik (Textgrafik)