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Copyright:  Gerd Rasquin  -  Mai 2006

 

 

 
 Hamm-Horner Grenze (Textgrafik)

An der Grenze

Im Mai 1908 geht der Blick in westliche Richtung und zur Brücke der Güterumgehungsbahn, wo der Stadtteil Hamm beginnt. Vor dem Bau der Brücke, also noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts, gehörte alles links der Straßenmitte noch zu Hamm.

Beim Brücken- und Dammbau für die zukünftige Güterumgehungsbahn fand man im Oktober 1900, fünf Meter unter der Erdoberfläche, mächtige Eichenstämme des ehemaligen Waldes „Hamme“. Einer hatte den stattlichen Durchmesser von 1,2 Metern. Die durch den Bahndamm abgeschnittene Ausmündung des Rückerswegs in die Horner Landstraße musste seinerzeit um rund zwanzig Meter nach Westen verlegt werden. Gleiches geschah mit dem "Weg Nr. 282", der so genannten "Hohlen Rönne", die man um etwa zwanzig Meter nach Osten verschob. Im Rahmen dieser Baumaßnahmen musste nördlich der Landstraße auch eine Eiche von 4,5 Metern Umfang gefällt werden, doch glücklicherweise stellte sich später heraus, dass der etwa 250 Jahre alte Baum schon hohl war und nur noch wenige Wurzeln besaß.

Gleich hinter dem Pferdefuhrwerk führt die Rudolphstraße (1929 in "Beim Rauhen Hause" umbenannt) den Geesthang hinauf. Die Straßenbahnen nach Horn wurden seit dem 13. April 1896 elektrisch betrieben. Linie 22 fuhr hier allerdings nur kurze Zeit, nämlich vom 1. April 1908 bis zu 13. Dezember 1910. Die zwischen dem Marktplatz Bahrenfeld und Horn verkehrende Straßenbahn besaß einen blauen Stern in einem runden hellgrauen Feld, hellgraue Schilder mit blauer Schrift und mattweiße Signallaternen.

Mit Gas aus Rothenburgsort versorgte Straßenlaternen gab es in Horn seit 1864, doch das Foto zeigt bereits die 1900 aufgestellte zweite Laternengeneration, "Hamburger Pfosten" genannt. Erst Ende der 1950er Jahre verschwanden diese Modelle vollständig aus dem Stadtbild.

<Auf der Nordseite der Horner Landstraße führt die Rudolphstraße den Geesthang hinauf bis zur Schule des Rauhen Hauses, dem Paulinum. Erst 1929 wird sie umbenannt, heißt dann "Beim Rauhen Hause".

 Ecke Rudolphstraße/heute Beim Rauhen Hause

Das Eckhaus Nr. 9 hatte Carl Wilhelm August Amelung zwischen Juni und dem 3. Dezember 1889 für 12.760 Mark errichten lassen. Noch im selben Monat eröffnete er hier seine Gastwirtschaft, die 1907 kurze Zeit von A. Koopmann übernommen wurde. Fast zwei Jahrzehnte stand dann Bertha Döscher hinter der Theke, erst 1929 übernahm dann A. Wesselhöft das kleine Lokal

Bei einem Fliegerangriff 1943 wurde das Gebäude schwer beschädigt. Im später provisorisch hergerichteten Erdgeschoss gab es bis mindestens 1956 die Fischhandlung der Witwe H. Kröger. Dann wurde alles abgerissen, das Grundstück bis heute nicht mehr bebaut. Auch alle anderen Wohnhäuser daneben überstanden den Krieg nicht.


Horn-Chronik (Link als Textgrafik)