Copyright:  Gerd Rasquin  -  März 2007

 

 

 

 

 

 

 

Martinskirche (Textgrafik)

 

 

Collage

 

Dieser Blick auf die Martinskapelle bot sich ab Mai 1987 (links oben). Im Sommer 1895 produzierte der Verlag E. Bothmann eine Postkarte (oben rechts).

Anlass war der neue Kirchturm, doch auch das Pastorat ist schon zu sehen, wie auch auf den beiden unteren Fotos (rechts vom Sommer 1913).

 

 

 

Mit der "Martinskapelle" besitzt Horn seit November 1886 erstmalig ein Gotteshaus. Das von dem bekannten Kirchenarchitekten Johannes Vollmer (1845-1920) in Backstein ausgeführte Gebäude, wurde nach den herrschenden städtebaulichen Vorstellungen als freistehende Einheit konzipiert. Im Baustil stand sie in der Tradition der neugotischen Hannoverschen Schule, die den Backsteinbau Norddeutschlands zwischen 1850 und 1900 beeinflusst hat. Nach Grundsteinlegung am 11. April konnte die kleine Glocke im Giebel der neuen Kapelle bereits am 11. November zum ersten Gottesdienst einladen. Anwesend waren auch die Senatoren Mönckeberg und Hertz. Die Predigt hielt Horns erster Pastor Carl Johannes Christian Hermann Schetelig (37). Der Bau hatte 35.000 Mark gekostet und besaß 400 Sitzplätze, doch noch fehlten Turm und Orgel.

 

Bislang mussten die frommen Einwohner Horns sonntags immer zur Dreifaltigkeitskirche nach Hamm gehen, was für viele ältere Menschen oft sehr beschwerlich war, selbst wenn Pferdewagen den Transport übernahmen.

 

Am 16. Mai 1894 begann die Firma Feck & Söhne mit dem Bau des Kirchturms und schon am 30. September, als Horn zu einem Stadtteils Hamburgs wurde, konnte die Turmweihe stattfinden und am 16. Oktober auch das neue Pastorat bezogen werden. Aus der Martinskapelle war nun die Martinskirche geworden!

 

Im Oktober 1998 stellte die Hamburger Kulturbehörde das vom Krieg verschonte Gebäude unter Denkmalschutz.


Horn-Chronik (Textgrafik)