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Hamburg-Horner Turnverein von 1905 - Chronik

  

 

Die Initiative zur Gründung eines Turnvereins im Hamburger Stadtteil Horn ging vom Kaufmann Wilhelm Wiede aus. Der wohnte in seiner 1901 erbauten Villa an der Hornerlandstraße Nr. 125, die ein späterer Eigentümer 1930 zum "Gesellschaftshaus Felsenburg" ausbauen ließ.

Am Mittwochabend des 8. Februars 1905 treffen sich im "Gasthof zur Rennbahn" folgende Herren:

Carl Ewert - Schulleiter am Bauerberg 44

Carl Herber - Malermeister aus der Hornerlandstraße 193

Johann Heinrich von Drateln - Hofpächter und Landwirt am Bauerberg 20

Bernhard Bothmann - Kaufmann aus der Hornerlandstraße 42

Carl Gottschalck - Vorsteher der Warteschule aus der Rudolphstraße 48

Emil Thoren - Polizeiwachtmeister aus der Hornerlandstraße 136

Martin Siemers - Schornsteinfegermeister aus dem Hermannsthal 43

Johann Eutert - Aufseher aus der Rennbahnstraße 120

Wilhelm Bahrenburg - Lehrer aus der Menckesallee 21

Mit diesen Herren sind auch folgende Institutionen vertreten: Horner Volksschule, Horner Bürgerverein, Horner Grundeigentümerverein, Männergesangverein Felsenburg, Militärische Kameradschaft von Horn und Umgebung.

"Die Anwesenden erklären einstimmig, einen Turnverein für Horn gründen zu wollen und demselben sofort und auf drei Jahre als Mitglieder beizutreten. Dieser Verein soll den Namen Hamburg-Horner Turnverein führen".

Wilhelm Wiede wird zum Vorsitzenden gewählt, Carl Ewert zum ersten, Emil Thoren zum zweiten Schriftführer und Carl Herber zum Kassenführer.

Wilhelm Bahrenburg, Bernhard Bothmann und Martin Siemers sollen eine Kommission zur Ausarbeitung der Vereinssatzung bilden.

Gründungsprotokoll

Am 8. März findet eine erste Vorstandssitzung statt. Anwesend sind die Herren Wiede, Ewert, Thoren, Herber und Bahrenburg. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Beratung der neuen Vereinssatzung.

Auf einer Versammlung am 15. März wird Carl Ewert zum 2. Vorsitzenden gewählt. 1. Schriftführer ist jetzt Emil Thoren, dessen bisheriges Amt Johann Eutert übernimmt. Zum 1. Turnwart wählt man Wilhelm Bahrenburg, zum 2. Turnwart Martin Siemers.

Die erste Hauptversammlung des bereits aus 102 Mitgliedern bestehenden Vereins wird für den 31. März in den "Gasthof zur Rennbahn" einberufen. Die 35 Anwesenden wählen einstimmig Wilhelm Wiede zum 1. Vorsitzenden. Man beschließt, fortan dienstags und freitags von 20.30 bis 22.30 Uhr in der Halle der Horner Volksschule am Bauerberg 44 zu turnen.

Bis Mai sind dem H.H.T. auch 72 Knaben beigetreten, die dienstags und freitags von 18 bis 19.30 Uhr turnen können. Für den ersten Knaben zahlen die Eltern jährlich vier Mark, für jeden weiteren drei Mark. Nichtmitglieder zahlen sechs Mark.

Horns erster Vereins-Turnlehrer ist Paul Seeling, der für seine Tätigkeit 250 Mark jährlich erhält. Seeling, hauptberuflich Bürobeamter, hatte bereits jahrelang erfolgreich im "Schiffbeck-Steinbeker Turnverein" gearbeitet.

An der ersten "Nacht-Turnfahrt" nach Mölln am 27. Mai beteiligen sich 22 erwachsene Turner. Die Knaben fahren am 1. Juni und 9. Juli nach Bergedorf und Jenfeld.

Neben den Nacht-Turnfahrten finden ab 1906 auch Tag-Turnfahrten in Hamburgs schöne Umgebung statt. Sie werden zu beliebten Veranstaltungen des sich schnell entwickelnden gesellschaftlichen Vereinslebens.

Im Juli turnen im Verein schon 46 Erwachsene und 79 Knaben.

Der erste Festball am 30. September im "Gasthof zur Rennbahn" verläuft recht zufriedenstellend.

1906

Der Verein hat 208 Mitglieder. Wegen umfangreicher Saalbauarbeiten im "Gasthof zur Rennbahn" findet die Turnratssitzung am 17. Februar schräg gegenüber im Club- und Gesellschaftshaus "Zur Felsenburg" von Paul Kottwitz statt.

Am 2. März eröffnet Carl Ewert eine Riege für ältere Herren, die sich fortan "Altenriege" nennt. Sie turnt jeden Freitag zusammen mit den übrigen Aktiven. Man spielte auch Faust- und Prellball.

Ab 24. März sind wir Mitglied im "Hamburgischen Gau".

Im April sollte eigentlich das Damenturnen beginnen, doch hierfür hatte man leider keine Lehrerin gefunden.

Am 14. Juni ist erster Turnabend für die neugegründete Mädchenabteilung mit anfangs schon 83 Mitgliedern. Geübt wird donnerstags von 18 bis 19 Uhr unter der Leitung von Fräulein Schmitz, die dafür ein jährliches "Salär" von 100 Mark erhält.

In einer Versammlung am 19. Juli schlägt Carl Herber die Anschaffung eines Banners (Vereinsfahne) vor. Zu diesem Zweck stellt man in den Lokalen von Hoops und Maass Sammelbüchsen auf.

Seit 1894 ist Horn ein Hamburger Stadtteil, doch vielfach immer noch mit dörflichem Charakter. Es gibt über 5000 Einwohner und 331 Mitglieder im H.H.T.

1907

Auf der Turnratssitzung am 3. Januar beantragen zehn Mitglieder, das im Stadtteil bereits bestehende "Trommler- und Pfeiferkorps" in den Verein einzuverleiben. Bis zum Ende des Jahres konnte diesbezüglich jedoch noch keine Einigung erzielt werden.

Die ordentliche Versammlung findet am 15. April statt. Im neuerbauten Saal von "Hoops" teilt der Vorsitzende mit, dass die "Gänseweide" sowohl der Schule als auch dem Verein als Spielplatz entzogen wurde. Als vorläufigen Ersatz hat die Polizei den Platz jenseits der Pagenfelderstraße angewiesen. Der H.H.T. will sich aber beim Senat um die Rückgewinnung des beliebten Tummelplatzes bemühen.

Am 5. Oktober fahren die Alten Herren zur Kupfermühle, am 12. Oktober ist dann Herbstfest im "Gasthof zur Rennbahn".

1908

Die "Ordentliche Versammlung" ist am 16. Januar um 21 Uhr im "Gasthof zur Rennbahn". Turnratsmitglieder sind die drei Sprechwarte, drei Turnwarte, beide Schrift- und Kassenwarte sowie die beiden Zeugwarte. Die Mitgliederzahl ist auf 274 zurückgegangen.

Am 16. März wird erstmals eine Schnitzeljagd organisiert, an der sich acht Erwachsene und 52 Knaben beteiligen.

In der Turnratssitzung am 6. April erhöht man die Anzahl der Turnratsmitglieder auf 13. Hinzugekommen ist das Amt des Oberturnwarts, das aber noch eine Zeitlang unbesetzt bleiben wird, weil der vorgeschlagene Ernst Fischer sich aus persönlichen Gründen nicht zur Wahl stellen möchte.

Am 12. April führt eine Turnfahrt mit dem "Trommler- und Pfeiferkorps" nach Bergedorf und Reinbek. Im selben Monat wird auch die Schweineweide freigegeben, wo jetzt Faust-, Schlag- oder Trommelball gespielt werden kann.

Das Deutsche Turnfest in Frankfurt (11. bis 23. Juli) findet noch ohne unsere Beteiligung statt.

Im Spätsommer veranstalten wir erstmalig ein Fest mit Turnvorführungen im "Billwärder Park", einem weithin beliebten Ausflugslokal mit parkähnlichem Außenbereich. Es liegt einhundert Meter südlich der Bille bei der Blauen Brücke.

Am 24. Oktober ist wieder Herbstfest im "Gasthof zur Rennbahn" von William Hoops.

1909

Nachdem Wilhelm Wiede sein Amt gesundheitsbedingt niedergelegt hatte, wählt man am 28. Januar im Lokal "Zur Felsenburg" Carl Ewert zum neuen 1. und Ernst Fischer zum 2. Vorsitzenden. Man zählt nur noch 248 Vereinsmitglieder.

Die Turnratssitzung am 23. Februar findet erstmalig im Lokal "Sportman's House" von Fritz Maass am Bauerberg Nr. 69 statt. Hierzu passend ein uralter Bericht:

"Es ist in Horn allemahl üblich gewesen, dass die Landleute alle viertel Jahr auf einem Sonntag zusammenkommen, der Kuhhirte bläset mit seinem Horn und alsdenn versammeln sich Hufner und Käthner bei einem Tisch und Bank unter freiem Himmel, welche Gegend der Bauerberg genannt wird. Der Bauernvoigt hält seine Anrede und stellt ihnen die Angelegenheiten des Dorfes vor, alsdenn wird beratschlaget".

Am 21. März geht's auf Tagturnfahrt nach Ahrensburg. Die 21 Teilnehmer vergnügen sich trotz schlechten Wetters.

Am 4. Juli ist Sommerfest. Alle Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr auf der Schweineweide und dann geht's, angeführt vom Trommler- und Pfeiferkorps, zum "Billwärder Park" an der Blauen Brücke. Dort gibt es Kinderspiele, Geräteturnen der Erwachsenen und Tanz. Bei Einbruch der Dunkelheit erfreuen sich alle an einer "Lampion-Polonaise". Vom Überschuss des Preiskegelns kauft der Verein eine Ringermatte.

Am 20. Mai (Himmelfahrt) findet eine erste Nachtturnfahrt statt. Es geht nach Winsen an der Luhe.

Am 24. Juli schließt sich die Damenabteilung dem Verein an. Leiterin ist Fräulein Schmitz, die jährlich 500 Mark erhält.

Am 12. September (Sonntag) ist festliche Fahnenweihe. Das Programm beginnt morgens mit volkstümlichem Turnen und Spielen. Am Nachmittag bewegt sich ein Festzug durch die Straßen Horns, dann wird eine Ansprache gehalten und die neue Vereinsfahne geweiht. Im Anschluss gibt es Turnwettspiele und abends den großen Ball im "Gasthof zur Rennbahn". Die Fahne (siehe Rückseite dieser Festschrift) hatte 351,50 Mark gekostet, der Fahnenschrank 195 Mark.

1910

Es gibt je zwei Schlag- und Faustballmannschaften, die erstmals um die Hamburger Meisterschaft spielen. Die Faustballer stehen nach elf Siegen an zweiter Stelle.

Fünf Jahre existiert jetzt der Hamburg-Horner Turnverein mit nunmehr 321 Mitgliedern, von denen am 12. Februar viele zur Horner Landstraße 164 ins Club- und Gesellschaftshaus "Zur Felsenburg" gehen, um die feierliche Fahnen-Nagelung mitzuerleben. H.H.T. und Kirche sind jetzt die bedeutendsten Organisationen im Stadtteil. Bei der großen Jubiläumsfeier am 22. Mai im "Billwärder Park" herrscht sonniges Frühlingswetter.

Es ist ein Familienfest mit Wettspielen und Turnvorführungen bei bengalischer Beleuchtung. Stabübungen, Barren- und Reckturnen sowie waghalsige Pyramiden begeistern die Zuschauer. Für das Fest hatte der Inhaber Herr Meyer extra einige Bäume fällen lassen, die für die Wettspiele hinderlich gewesen wären.

Am 10. Juli (Sonntag) findet eine Turnfahrt statt.

Am 1. Oktober (Sonnabend) ist Herbstfest in Hoops "Gasthof zur Rennbahn", gleichzeitig Abschiedsball für die Rekruten.

1911

Der Verein hat 274 Mitglieder. Bemerkenswert ist der starke Rückgang in der Damenabteilung (-26).

Es gibt eine Fechtabteilung, die aus 16 Aktiven und 10 fördernden Mitgliedern besteht.

Auf der Hauptversammlung am 12. Januar im Lokal "Zur Felsenburg" waren neben dem Vorstand noch 57 Mitglieder anwesend. Nachdem Ernst Fischer auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, wurde Johann Eutert neuer 1. Vorsitzender. Nach fast fünfeinhalb Stunden musste man die Versammlung um 2.20 Uhr (!) abbrechen und sie am 19. Januar fortsetzen.

Wegen verschiedener Vorwürfe möchte Turnlehrer Seeling beweisen, dass er in der Lage ist, eine Knabenabteilung richtig zu leiten. Darum beantragt er, am 12. März ein Schauturnen abhalten zu dürfen. Noch im Frühjahr jedoch wird Ernst Schrader neuer Vereinsturnlehrer. Für ein jährliches "Salär" von 800 Mark unterrichtet er alle Abteilungen.

Gastwirt Fritz Maass beantragt, sein "Sportman's House" als Vereinslokal zu bestimmen. Die Entscheidung hierüber wird aufgeschoben.

Zum ersten "Maskenfest" am 11. Februar kommen 426 Personen.

Am 7. Mai (Sonntag) geht die Herrenabteilung auf Tagturnfahrt, eine Woche später ist die Mädchenabteilung unterwegs.

Zu einem großen Familienfest wird die "Jahrhundertfeier der Deutschen Leibesübung". 1050 Menschen kommen am 25. Mai (Himmelfahrt) in den "Horner Park". Der Eintritt kostet für Erwachsene 30 und für Kinder 10 Pfennige. Angeführt von zehn Musikern hatte sich um 16 Uhr ein Festzug vom zukünftigen Vereinslokal "Sportman's House" am Bauerberg Nr. 69 in Bewegung gesetzt.

Am 27. August geht die Damenabteilung auf Tagturnfahrt, am 3. September sind dann die Knaben, eine Woche darauf die Mädchen dran. Ziele sind die nähere Umgebung.

Zum "Hauptturnen" am 24. September treten 120 Aktive an. 500 Zuschauer beobachten die Wettkämpfe im Staffellauf, Faustball und Dreikampf, was man anschließend als großes Interesse am Turnen wertet.

Für das am 14. Oktober stattfindende "Herbstvergnügen" konnten 358 Eintrittskarten verkauft werden.

Als Weihnachtsgratifikation erhält Turnlehrer Ernst Schrader 40 Mark. Die Schuldiener (heute Hausmeister) Eggers, Seibkusch und Waldinger bekommen jeweils eine Kiste Zigarren.

1912

Der Hamburg-Horner Turnverein hat 242 Mitglieder, davon 148 Herren, 16 Damen, 40 Knaben und 38 Mädchen. Das Vereinsvermögen beträgt 827,49 Mark.

Aus den Vorstandswahlen am 24. Januar gehen Johann Eutert als 1. Vorsitzender, Carl Herber als Kassenwart und Otto Drenckhahn als 1. Turnwart hervor.

Am 17. Februar ist Maskenfest im "Gasthof zur Rennbahn".

Auf der Hauptversammlung am 17. April wird die Einführung eines obligatorischen Vereinsabzeichens beantragt. Fürsprecher ist Johann Heinrich von Drateln, doch die Herren J. Vernet, Carl Tankus und August Bejöhr sprechen dagegen. Die Versammlung lehnt den Antrag schließlich ab, will aber hundert Vereinsabzeichen anschaffen, die man beim Kassierer erwerben kann.

Doch wie hat dieses Abzeichen genau ausgesehen? Fotos aus jener Zeit und danach dokumentieren es leider nicht, es muss für unsere Vereinsmitglieder eher unbedeutend gewesen sein. Höchstwahrscheinlich handelte es sich aber um die oval ein-gerahmten Insignien der Deutschen Turnerschaft, wie sie auf vielen Fotos der 20er und 30er Jahre zu sehen sind.

Am 16. Mai (Himmelfahrtstag) findet im "Horner Park" ein Familienfest statt, das leider unter schlechtem Wetter leidet.

Für 800 Mark Jahresgehalt ist Herr Meyer ab 1. Juni neuer Vereinsturnlehrer, doch schon im Oktober muss er zum Militär. Seinen Posten übernimmt der ehemalige Turnlehrer Ernst Schrader.

Auf der Hauptversammlung am 17. Juli bedauert Johann Heinrich von Drateln, "dass die Horner Lehrerschaft sich so wenig für die Turnerei interessiere".

Im September veranstaltet der Verein wieder ein "Hauptturnen". Weitere Festlichkeiten sind das beliebte "Herbstvergnügen" sowie die "Abschiedsfeier der Rekruten".

Am 14. Oktober beginnt der Unterricht an der neuerbauten Volksschule Morahtstraße, die man nach dem Zweiten Weltkrieg kurz "Rhiemswegschule" nennt. Mit ihr erhielt Horn nicht nur eine zweite öffentliche Schule, sondern auch eine weitere Turnhalle. Auf einer Vereinssitzung am 25. September wird vorgeschlagen, diese Halle zu mieten "da von der Gegend sicher großer Zuspruch zu erwarten sei". Nach kurzer Aussprache beschließt man jedoch, auf diese Angelegenheit vorläufig nicht weiter einzugehen.

1913

Im Januar stirbt Johann Eutert, Vereinsmitbegründer und 1. Vorsitzender seit dem 12. Januar 1911.

Auf der Hauptversammlung am 29. Januar werden August Berg zum 1. Vorsitzenden und Emil Robert Krienitz zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Am 8. Februar ist Maskenfest im "Gasthof zur Rennbahn".

Am 23. Februar veranstalten wir ein Kinder-Schauturnen.

Am 26. Februar beschließt der Turnrat, die "Feier zur hundertjährigen Wiederkehr der Befreiung Deutschlands von der französischen Gewaltherrschaft" würdig begehen zu wollen. Ein Fackelzug durch Horn soll am 15. März die nationale Gesinnung des Turnvereins zum Ausdruck bringen.

Die Damen und Herren zeigen am 20. April Ausschnitte ihrer Turnabende.

Am 15. Juni (Sonntag) kommen zahlreiche Mitglieder und Vereinsfreunde zum großen Familienfest.

Das Deutsche Turnfest in Leipzig (12.-16. Juli) findet ohne Beteiligung des H.H.T. statt.

Am 10. August wird eine Tagturnfahrt veranstaltet, am 31. August ein Sommerfest und am 6./7. September eine Nachtturnfahrt. "Hauptturnen" und "Rekruten-Abschiedsfeier" sind am 28. September.

Dem Turnlehrer Ernst Schrader hatte man zum 30. September gekündigt.

Am 2. November treffen sich wieder viele Vereinsmitglieder und Freunde beim "Herbstvergnügen".

Noch im engsten Kreis trifft man sich am 20. Dezember erstmals zu einem "Weihnachtsvergnügen". Im Restaurant "Zur Felsenburg" erhalten alle Rekruten als Gratifikation je eine Kiste Zigarren.

1914

Auf der Hauptversammlung am 24. Januar wird Malermeister Emil Robert Krienitz zum neuen 1. Vorsitzenden, Otto Pielström zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Am 14. Februar ist wieder "Maskenfest".

Ein großes Familienfest findet am 21. Juni statt.

Mit dem Kaufmann Bernhard Bothmann und Gastwirt Paul Kottwitz sterben im August zwei bekannte Vereinsmitglieder.

Im zehnten Jahr befindet sich unser aufblühender Verein, der immer mehr Zulauf erhielt. Unvergesslich für viele blieben zahlreiche Veranstaltungen, die Geselligkeit und Zusammenhalt gefördert hatten.

Der Kriegsausbruch am 1. August beendet diese erfreuliche Entwicklung und leider auch alle Vorbereitungen zum zehnjährigen Vereinsjubiläum.

"Weil das Land jetzt und auch künftig kräftige und tüchtige Soldaten brauche", beschließt man auf der Hauptversammlung am 1. September noch, den Turnbetrieb fortzusetzen und beendet die Sitzung mit dem Lied "Deutschland hoch in Ehren". Dann aber kommt doch alles anders. Die Versammlung am 15. Oktober ist auch die vorerst letzte. Viele Turner sind bereits eingezogen worden, andere wollen sich freiwillig melden. Somit muss der Vereinsbetrieb während des Krieges ruhen, zumal auch die Turnhalle gesperrt und zur Kriegsküche umfunktioniert wird.

1919

Am 23. Januar trifft man sich um 20 Uhr wieder im Vereinslokal "Sportman's House" und gedenkt der dreizehn gefallenen und vier vermissten Turner. Zum Vorsitzenden wählt die Versammlung Ernst Fischer.

Das Damenturnen beginnt am 27. Januar, das Herrenturnen tags darauf und das Knabenturnen am 27. Mai. Die Mädchen müssen allerdings noch über ein Jahr warten.

Es gibt Schlag- und Faustball-Mannschaften für Damen und Herren, die auf Gauebene in verschiedenen Klassen spielen.

Bereits auf der Turnratssitzung am 25. Juli beantragen die Spielwarte Heinrich Törber und August Schütt, eine Fußballabteilung zu gründen. Sie befürchten, dass sich sonst viele Mitglieder einem anderen Verein anschließen könnten.

Am 24. August führt eine Turnfahrt zum Kiekeberg.

Der erste "Sommernachtsball" ist am 6. September.

Hans Kruse tritt dem H.H.T. bei, später einmal langjähriger Oberturnwart und auch Kinderturnwart.

1920

Auf der Hauptversammlung am 21. Januar beklagt Turnbruder Möller die im letzten Jahr recht schwache Beteiligung am Erwachsenen-Turnen. Schlechte Luftverhältnisse in der Halle aber auch mangelhafte Ernährung könnten daran schuld sein. An den Turnabenden der Herren waren durchschnittlich nur acht, bei den Damen sogar nur sieben anwesend. Besser sah es da schon bei den Knaben aus, denn hier lag der Durchschnitt bei 38.

Am 18. Januar ist "Tanz-Kränzchen bei Kottwitz". Im Gartenbereich dieses traditionsreichen Restaurants steht eine angeblich 1000jährige Eibe, Grund für viele Gäste von nah und fern, hier an warmen Tagen einzukehren. Nachdem der Baum im Frühling 1933 gefällt werden musste, schätzte man sein Alter auf höchstens 700 Jahre, immerhin aber älter als Horn!

Am 7. Februar ist wieder Maskenfest im "Gasthof zur Rennbahn". Etwa 1200 Personen können um Mitternacht auf ihren Verein anstoßen, denn der wird gerade 15 Jahre alt. Das Fest erbringt 2000 Mark Überschuss!

Auf Wandertag gehen im April sowohl unsere Damen als auch die Herren.

Nach Ostern wird die Mädchenabteilung wieder ins Leben gerufen und mit der Damenabteilung vereinigt.

Eine Nacht-Turnfahrt veranstalten Ende Juni unsere Herren, die Damen im August.

Am 5. September ist Herbstfest im "Hamm-Horner Gesellschaftshaus" beim Letzten Heller.

Beim "Vereins-Turnfest" am 13. November zeigen die Herren Stabübungen, turnen am Reck und bauen Pyramiden. Auch der Männergesangverein "Felsenburg" tritt auf.

Gebälk und Fußboden der Turnhalle müssen in diesem Jahr erneuert werden. Bis Ostern 1921 weist man uns Übungszeiten in der Turnhalle Morahtstraße/Rhiemsweg zu, die bis dato noch nie vom H.H.T. genutzt worden war. Fortan spricht man oft von der "Ausweichhalle Morahtstraße".

1921

Auf der Hauptversammlung am 16. Februar werden folgende Personen gewählt:

1. Vorsitzender: Ernst Fischer, Steinfurtherstraße 21

2. Vorsitzender: Otto Pielström, Hornerlandstraße 129

1. Schriftwart:  Hermann Georg Karl Rieckmann, Steinfurtherstraße 25

2. Schriftwart: W. Simon, Rennbahnstraße 2

1. Kassenwart: H. Kühn, Steinfurtherstraße 3

2. Kassenwart: Robert Krienitz, Tribünenweg 25

1. Turnwart: T. Möller, Sandkamp 1

2. Turnwart: Willi Jessel, Hornerlandstraße 49

1. Spielwart: Karl Behn, Rennbahnstraße 20

2. Spielwart: F. Lüth, Hermannsthal 49

Zeugwart: Hans Törber, Rennbahnstraße 20

Vertreter der Jugendlichen: Max Horn, Hertogestraße 12

Das "Trommler- und Pfeiferkorps" leitet Paul Grasmeyer. Es war und bleibt im Verein eine eigene Abteilung.

Ohne Angabe von Gründen war Hans von Drateln ausgetreten, was keiner recht verstand. Vater Johann Heinrich Dietrich hatte den H.H.T. mitgegründet, und alle drei Söhne waren über das Turnen hinaus im Verein engagiert. Zwei tragische Jahre veränderten dann aber alles. Schon kurz nach Kriegsbeginn fiel am 19. September der zweitälteste Sohn Hermann, eine Woche vor Heiligabend des Jahres 1915 der älteste Sohn Heinrich. Im selben Jahr war bereits der Vater im Alter von 53 Jahren verstorben.

Beim Sportfest des H.H.T. am 14. August beteiligen sich fünf Vereine. Bis auf zwei, kann unser Verein sämtliche Siege für sich verbuchen. 

Auf einer Vorstandssitzung am 1. September teilt Turnlehrer Müller mit, dass die Knabenabteilung nach Renovierung der Bauerberghalle anfangs regen Zulauf verbuchen konnte, und abends oft bis zu sechzig Kinder anwesend waren. Mit Eintritt der wärmeren Jahreszeit nahm die Beteiligung aber immer mehr ab, bis der Betrieb im Juni sogar ganz einschlief.

Auf der Hauptversammlung am 7. September wird beschlossen, das Naturbad "Horner Moor" sonntagnachmittags für den Verein freizubekommen. Diesbezüglich ist in den nächsten Jahren aber nichts mehr protokolliert.

1922

Hauptversammlung ist am 26. Januar im Vereinslokal. Mit Hermann Georg Karl Rieckmann (26.3.1875 - 17.6.1953), der dem H.H.T. im Januar 1909 beigetreten war, wählen die Mitglieder einen neuen 1. Vorsitzenden. Ernst Fischer hatte dieses Amt bereits Ende 1921 wegen beruflicher Überlastung niedergelegt.

Im Juli nehmen einige Mitglieder am Gau-Turnfest im Hammer Park teil, später auch beim "Wettlauf quer durch Wandsbek".

13. Deutsches Turnfest in Leipzig (22.-25. Juli) ohne Beteiligung des H.H.T.

Erstmalig erscheint der Begriff "Herbstball" im Protokoll. Es ist die bisher "Herbstfest" oder "Herbstvergnügen" genannte Veranstaltung.

1923

Auf der Hauptversammlung am 8. Februar 1923 wird vermutet, dass viele Mitglieder die Gründung einer Fußballabteilung begrüßen würden, weil dadurch gleichzeitig auch eine allgemeine Besserung des Turnbetriebs eintreten könnte. Die Abteilung wird zwar noch im Frühjahr ins Leben gerufen, doch bald sieht man sich gezwungen, einen eigenen Fußballverein zu gründen. Auf höchster Ebene ausgetragene Streitereien zwischen der Deutschen Turnerschaft und den Sportverbänden lassen nur diesen Schritt zu. Also gründet man den "Hamburg-Horner Sportverein von 1923".

Da es nun einen zweiten Verein in Horn gibt, ist für uns der Zeitpunkt gekommen, ein eigenes Vereinsabzeichen zu entwerfen. Bislang trugen alle nur die Buchstaben DT (Deutsche Turnerschaft) auf der Turnkleidung.

Für die im Krieg gefallenen und vermissten Mitglieder entsteht eine Gedenktafel in der ovalen Form des alten Vereinsabzeichens. Ursprünglich wollte man ihre Namen nebst Geburts- und Todestag einschnitzen lassen, doch das wäre trotz großzügiger Spenden zu teuer geworden. So erklärte sich Malermeister Robert Krienitz bereit, die Namen in seinem Betrieb aufmalen zu lassen. Am 15. April wird die Tafel aus schwerem Holz im Rahmen einer Gedächtnisfeier in der Bauerberghalle aufgestellt, später an die Innenwand neben der Eingangstür gehängt. Nach Abbruch der Turnhalle kommt die Gedenktafel im Spätsommer 1929 ins Vereinslokal am Bauerberg.

Wegen der Inflation sieht man sich gezwungen, die Beiträge zu erhöhen. Erwachsene zahlen ab 1. Juni 500 Mark jährlich, Jugendliche 300 Mark.

Bereits zum 1. April war die jährliche Turnhallenmiete von 40.000 auf 240.000 Mark und im September dann sogar auf schwindelerregende 200 Millionen Mark erhöht worden. Im September kostet ein Brot 18 Millionen Mark, im Oktober ein Pfund Butter 60 Millionen. Die "galoppierende Inflation" endet am 16. November mit Einführung der Rentenmark.

Deutsches Turnfest in München (14. bis 21. Juli) ohne Beteiligung des Hamburg-Horner Turnvereins.

Zu den Spielen des Hamburger Turngaus fahren eine Schlagball- und zwei Faustballmannschaften der Herren sowie eine Damen-Faustballmannschaft.

1924

Leider haben sich die Kämpfe zwischen der Deutschen Turnerschaft und den Sportverbänden im vergangenen Jahr nicht positiv auf die Entwicklung unseres Vereins ausgewirkt. Man will sich nun anstrengen, die Mitgliederzahl wieder zu erhöhen und "den eifrigen Betrieb in den Kinderabteilungen" unterstützen.

Unsere Maskerade im Februar ergibt einen Überschuss von 553 Mark, wovon 50 % das Trommler- und Pfeiferkorps sowie der Hamburg-Horner Sportverein für ihre tatkräftige Unterstützung erhalten.

Auf der Vorstandssitzung am 28. März beschließt man, fünf Exemplare der Deutschen Turnzeitung zu bestellen.

Übungsleiter Friedrich "Fiete" Kraffzig sieht für das erste Vierteljahr gute Fortschritte in der Knabenabteilung. Die der Herren wird von durchschnittlich neun Turnern pro Abend besucht. Übungsleiter Wilhelm Bruckmann teilt mit, dass an den Abenden der Damen durchschnittlich 12, an denen der Mädchen 76 Turnerinnen anwesend sind.

Auf Antrag von Paul Grasmeyer beschließt man am 23. April ein Trommler- und Pfeiferkorps für Knaben zu gründen. Schon im Herbst tritt Grasmeyer von seinem Amt als Leiter des Erwachsenenkorps zurück, leitet aber noch kurze Zeit das der Knaben.

Beim "Alstertal-Lauf" über zehn Kilometer erreichen wir am 2. November den vierten Platz im Mannschafts-Wettbewerb für Anfänger.

1925

Im Januar werden die Beiträge auf zehn Mark (Senioren), sechs Mark (Junioren) und zwei Mark für Kinder festgesetzt.

Die Maskerade im Februar erbringt 560 Mark Überschuss.

Neu aufgenommen werden Anni Sievers (später: Rieckmann) und Alfred Jacobs, bis 2007 unsere ältesten Vereinsmitglieder.

Auf dem Platz der Hamburger Turnerschaft von 1816 (neben der Galopp-Rennbahn) veranstalten wir im Juni ein Sportfest. Mit dabei ist der Chor des Borgfelder Turnvereins.

Weitere Termine sind das "Herbstvergnügen" am 31. Oktober, ein Schauturnen am 6. Dezember und ein Kinderfest am 1. Weihnachtsfeiertag von 16 bis 19 Uhr. Alle Veranstaltungen finden im "Kaisersaal" von Hoops Gasthof statt.

1926

Die Maskerade Ende Januar erbringt 700 Mark Überschuss.

Turnlehrer "Fiete" Kraffzig sieht sich beruflich nicht mehr in der Lage, die Knabenabteilung zu leiten. Diese Aufgabe übernimmt der Sportwart Walter Langer.

Im Verein wird auch Leichtathletik betrieben, doch Langer beklagt das Desinteresse vieler Turner. Nur zehn bis fünf-zehn Herren beteiligen sich durchschnittlich, Jugendliche und Damen überhaupt nicht. Die spielen lieber Faust- oder Handball. Den Leichtathleten fehlt es immer noch an einem vorschriftsmäßigen Platz. Wegen des schlechten Wetters in diesem Jahr konnte oft nicht trainiert werden. Leichtathletische Disziplinen sind Laufen, Springen, Speerwerfen, Schleuderball, Kugel- und Steinstoßen.

Im November starb Fritz Maass. Der beliebte Wirt unseres Vereinslokals wurde 75 Jahre alt.

1927

Zu den Teilnehmern am Nordmarkturnfest in Flensburg gehören auch Hans Kruse, Werner Beusch und "Fiete" Kraffzig.

Wenn die weiblichen Vereinsmitglieder nicht gerade in der Halle turnen, spielen sie draußen auf dem Schulhof Schlagball oder betreiben vereinzelt Leichtathletik. Andere Sportarten gibt es für sie noch nicht. Beste Turnerinnen des Vereins sind Irma von Hacht und Anneliese Müller (später verheiratete Philipp). Nur Irma schafft einen Handstand am Parallel-Barren, derzeit eine tolle Leistung.

Bei "Rund um die Alster" am 17. Juli belegt unsere Mannschaft in der Lauf- und Schwimmstaffel den fünften Rang.

1928

Deutsches Turnfest in Köln (21. bis 30. Juli). Erstmals fahren auch acht unserer Aktiven zu diesem Traditionsereignis. Dreihunderttausend Menschen kommen zur Abschlussfeier. Tief beeindruckt kehren unsere Festteilnehmer zurück nach Hamburg und erzählen den Daheimgebliebenen wie großartig doch alles war.

Horn hat 9676 Einwohner. Die Blutbuche am Postamt wird unter Naturschutz gestellt. Am Pagenfelder Platz entsteht die erste Tankstelle und Hamburg erwirbt den "Blohm's Park".

1929

Nach Übernahme durch H. Martensen heißt das "Sportman's House" am Bauerberg Nr. 69 jetzt "Horner Vereinslokal".

Im Spätsommer hatte man die alte Turnhalle der Bauerbergschule abgebrochen, weil sie dem Nordflügel des geplanten großen Gebäudes an der neuen Straße "Beim Pachthof" im Wege stand. Jetzt musste in der Halle Morahtstraße geturnt werden, wo man sich die wenigen Übungszeiten mit dem "Arbeiterturnverein Horn-Billstedt" teilte. Einige Turnbegeisterte kommen deshalb auf die Idee, an schönen Sonntagen ihr Feldreck vor dem Vereinslokal aufzubauen. Bald wird das "Turnen auf der Schweineweide" zu einem Begriff. Für alle Spaziergänger ist es stets eine willkommene Abwechslung und für den Verein recht werbeträchtig.

Im August gründen die Schulen Bauerberg und Billbrookdeich eine Faltbootgruppe. Die Behörde hatte sozusagen als "Trostpflaster" für den Turnhallenabbruch eintausend Reichsmark zur Anschaffung von vier Booten aus der Rosenheimer Faltbootwerft Klepper bereitgestellt. Die mit Walrosshaut bezogenen Modelle "Sonnland" wiegen 24 kg, sind 5,10 m lang und 80 cm breit. Bereits ein Jahr später können noch sechs weitere Zwei- und Dreisitzer bestellt werden, die alle in einem Holzschuppen am Billbrookdeich lagern. Verantwortlich sind die Lehrer Stielke und Erich Wendt, der sich auch im Hamburg-Horner Turnverein engagiert. Somit entsteht im Verein ebenfalls eine Faltbootgruppe, die bald viele Freunde findet.

1930

Einige aktive und passive Mitglieder nehmen am Nordmark-Turnfest teil.

Silbernes Vereinsjubiläum: Vom Vereinslokal setzt sich der große Festzug in Bewegung. Angeführt von weißgekleideten Spielleuten geht es bei regnerischem Wetter über den Horner Weg, die Morahtstraße, Beim Rauhen Hause, die Horner Landstraße, Pagenfelder Straße und Rennbahnstraße. Inmitten der Turnerschar auch unsere Faltbootgruppe mit einem über die Toppen geflaggten Boot. Ziel ist der Sportplatz bei der Horner Rennbahn, wo am Nachmittag alle Abteilungen einen Querschnitt ihrer Arbeit zeigen.

Für viele unvergesslich wird dann der anschließende Festabend im Kaisersaal bei Hoops, wo man auch einige Vereinsgründer und Vertreter befreundeter Vereine begrüßen kann. Für ein Schauturnen ist die Bühne allerdings sehr klein und so niedrig, dass eine Riesenfelge nur mit angewinkelten Beinen gelingt.

Im September wird Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann (22.1.1914 - 4.1.1985) Mitglied des Vereins. Ab 1958 ist er unser 1. Vorsitzender.

1931

Beim Lauf "Quer durch Billstedt" siegen am 26. April unsere Jugendturner.

Die Faustballer fahren mit ihren Ehefrauen zu einem Turnier nach Schwerin.

1932

Beim "Frühjahrsgeländelauf" des Farmsener Turnvereins und auch beim "Kreis-Waldlauf" am 3. April in Reinbek siegen unsere Jugendturner über 3500 Meter.

Nach den Sommerferien ist endlich die neue Turnhalle der Pachthofschule fertig. Drei Jahre lang musste der Sportbetrieb ausschließlich in der Turnhalle Morahtstraße (Rhiemswegschule) stattfinden.

Beim "11. Alstertal-Lauf" über 3000 Meter erringt unser Verein am 16. Oktober den dritten Platz.

1933

Gleich einen Monat nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, trifft man sich am 28. Februar zur Hauptversammlung. Hermann Georg Karl Rieckmann bleibt 1. Vorsitzender, Sportwart wird Erich Wendt und Leiter des Spielmannszugs ist weiterhin der Büroangestellte Paul Grasmeyer.

Deutsches Turnfest in Stuttgart (21. bis 31. Juli).

1934

Hauptversammlung am 2. März um 20 Uhr in der Turnhalle Morahtstraße/Rhiemsweg. Anstelle unserer bisherigen Satzungen treten nun folgende, in den Paragraphen 1 bis 22 fest-gelegte Bestimmungen. Eine davon lautet:

"Zweck des Vereins ist die Förderung des deutschen Turnens als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung sowie die Pflege deutschen Volksbewusstseins und vaterländischer Gesinnung. Er ist Mitglied der deutschen Turnerschaft, deren Satzungen für ihn verbindlich sind. Der H.H.T. hat seinen Sitz in Hamburg-Horn und ist in das Vereinsregister eingetragen".

Noch unterschreibt Hermann Georg Karl Rieckmann als Vereinsvorsitzender, doch drei Wochen später wird Hans Goos mit 34 Stimmen zum neuen "Vereinsführer" gewählt. Auf den Postbeamten Hans Kruse waren nur neun Stimmen entfallen.

Vom 20. bis 26. August nehmen wir an der so genannten "Saar-Treuestaffel" teil. Wenige Monate vor der Abstimmung soll sie die Verbundenheit aller deutschen Gaue mit der Saar bekunden.

Am 10. Oktober vereinbaren der Hamburg-Horner Turnverein und die "Sportvereinigung PROMONTA" eine enge Zusammenarbeit, die nach der Zerstörung der Stadtteile Hamm und Horn im Juli 1943 endet.

Beim "13. Alstertal-Lauf" am 28. Oktober erringen wir mit der Jugendmannschaft über 3000 Meter den dritten Platz

1935

In der Jahreshauptversammlung am 23. Februar verabschieden wir eine neue Satzung, deren Paragraphen 2 und 4 folgendes bestimmen:

"Der Verein bezweckt die leibliche und seelische Erziehung seiner Mitglieder im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates durch die planmäßige Pflege der Leibesübungen, insbesondere des deutschen Turnens im Geiste Friedrich Ludwig Jahns als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung seiner Mitgliede sowie durch die Pflege deutschen Volkstums, deutschen Volksbewusstseins und kameradschaftlicher Gesinnung. Der Verein lehnt Bestrebungen und Bindungen klassentrennender und konfessioneller Art ab. Mitglieder können nur unbescholtene Deutsche werden. Als Deutsche gelten Volksgenossen, deren Eltern und Großeltern Arier sind."

Im Mai tritt Hans Kruse vom Amt des Oberturnwarts und zweiten Vereinsführers zurück, doch wegen der bevorstehenden Festlichkeiten zum 30jährigen Vereinsjubiläum, setzt ihn Vereinsführer Hans Goos wieder als Oberturnwart ein.

Im September begleitet sonniges Spätsommerwetter den Festzug durch Horn. Er endet im Blohm's Park beim "Gesellschaftshaus Felsenburg", wo sich zahlreiche Vereinsmitglieder und Besucher eines bunten Programms erfreuen.

1936

Friedrich Kraffzig ist Männerturnwart, Wilhelm Bruckmann Frauenturnwart und Erich Wendt Kinderturnwart.

Bei den "Mannschafts-Rundenkämpfen" am 16. Mai erringen unsere Jugendturner den 1. Platz in der Unterstufe.

Nachdem die Nationalsozialisten bestimmt hatten, dass Vereine keine Abteilungen für Jugendliche bis zu 14 Jahren führen dürfen, ging der nachmittägliche Turnbetrieb sehr zurück.

Viele Kinder verbringen ihre Freizeit bei der "Hitlerjugend", und auch die Erwachsenen fühlen sich oft genug verpflichtet, an Versammlungen anderer Art teilzunehmen.

In der Reichshauptstadt Berlin finden erstmals Olympische Sommerspiele auf deutschem Boden statt (1. bis 16. August).

1937

Motiviert durch die Erfolge Hamburger Sportler und Sportlerinnen bei den Olympischen Spielen erholt sich der Turnbetrieb, doch Leistungssport findet nicht statt. Breitensport und gesellige Veranstaltungen sind auch weiterhin die tragenden Säulen des Vereinslebens.

Nach Umbenennung des nördlichen Straßenteils hat unser Vereinslokal jetzt die Adresse "Alter Bauerberg Nr. 16". Seit 1935 steht "Tante Sophie" hinter der Theke. "Eine feuchtfröhliche Heimstätte vorwiegend für die Handballspieler, die sich gegenüber den Turnern als standfeste Gäste auszeichnen", wie sich Alfred Jacob erinnerte. Im ungeheizten Schuppen hinter dem Lokal ist der Umkleideraum. Hier lagern Torpfosten und Latten, die immer mühselig zum Sportplatz Rennbahnstraße geschleppt werden müssen.

Sonntagnachmittags trifft man sich zum "Fünfuhrtee". Otto Philipp (4.1.1914-21.4.1993), später langjähriger Pressewart, spielt dann am Klavier zum Tanzen auf. Manche Freundschaft und spätere Ehe ist hier entstanden.

1938

Das 16. Deutsche Turn- und Sportfest findet vom 24. bis 31. Juli in Breslau statt. Bei der Veranstaltung "Ausschnitte aus der Vereinsarbeit" erhält der H.H.T. die Bewertung "recht gut". Acht Männer und vier Frauen mussten hier eine Mannschaftsleistung vollbringen, wobei die Männer Barren und  Freiübungen zu absolvieren hatten, die Frauen Pferdsprung, Keulen- und Freiübungen sowie Spiele.

1939

Bei einem Hallensportfest am 26. Februar in Rothenburgsort werden wir Dritter im "Volkstümlichen Mannschaftskampf".

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verändert sich ab September auch das Vereinsleben. Viele Turner werden eingezogen, die Jüngeren von Hitlerjugend und Jungmädelbund beansprucht. Da aber viele Damen bei der Firma "Promonta" im benachbarten Stadtteil Hamm beschäftigt sind und der dortigen Betriebs-Sportgruppe angehören, beschließt der Vorstand, mit dieser Firma zusammenzuarbeiten. Hans Kruse und Betriebs-Sportleiter Friedrich Kruse besprechen alle Einzelheiten und bald schon kann der H.H.T. in etwas anderer Form weiter existieren. Alfred Jacobs leitet die Turnabteilung, Irma von Hacht die Gymnastikabteilung. Man gründet auch eine gemeinsame Handball- und Tischtennismannschaft, veranstaltet am 30. Juni 1941 im Gemeinschaftsraum sogar ein TT-Turnier gegen andere Vereine. Das Endspiel gewinnt Anni Rieckmann. Ihre Gegnerin, Paula Mollenhauer vom TuS Alstertal, hatte bei den Olympischen Sommerspielen 1936 Bronze im Diskuswerfen errungen.

Nachdem die zahlreichen Fliegerangriffe Horn und Hamm Ende Juli 1943 fast völlig zerstört hatten, konnte auch kein Sport mehr betrieben werden, denn viele Menschen flüchteten oder lebten bereits bei Verwandten außerhalb der Stadt. Die von Bomben verschonte Turnhalle der "Ostlandschule" (später Pachthofschule) war ab Dezember 1943 ein Eisenwarenlager, aber auch einen Glaser hatte man einquartiert.

Drei Jahre lang sollte der Hamburg-Horner Turnverein praktisch nicht mehr existieren.

 

1946

Am 16. August treffen sich 22 Personen im alten Vereinslokal, um den H.H.T. wieder aufleben zu lassen. Zum 1. Vorsitzenden wird Paul Grasmeyer gewählt. Dann gedenkt man der vielen Kriegsopfer, wie beispielsweise Kinderturnwart Erich Wendt, der tragischerweise noch im Frühjahr 1945 fiel. Weitere Wahlen: 2. Vorsitzender Willy Franz, Jugendwart G. Reim, Oberturnwart Hans Kruse, Kassenwart Werner Beusch und Schriftführer Richard Fischer.

Während die Turnhalle der Schule Morahtstraße/Rhiemsweg im Krieg zerstört wurde, konnte die der jetzt Pachthofschule genannten ehemaligen Ostlandschule bereits ab 16. September wieder genutzt werden. Im kalten Winter 1946/47 bleiben die Übungsstunden allerdings nur schwach besucht.

Gründung einer Faustball-Abteilung.

1947

Am 14. Juni treffen sich vierzig Mitglieder zur Hauptversammlung im Vereinslokal, das Carl Schmidt bewirtschaftet.

Da einige zum 1. Vorsitzenden vorgeschlagene Turnbrüder aus stichhaltigen Gründen ablehnen, stellt sich noch einmal Otto Pielström zur Verfügung, der aus Altersgründen eigentlich nicht antreten wollte. Neue Vorstandsmitglieder sind Alfred Jacobs (Männerturnwart), Gisela Burkard (1. Frauenwartin), Frau Franz (2. Frauenwartin), Kurt Wüpper (Volksturnwart), Herr Schönfeld (Spielwart), Herr Ansorge (Zeugwart) sowie Herr Meyer (Presse- und Werbewart).

Die Vereinsbeiträge werden festgelegt, gelten pro Vierteljahr:  Erwachsene (6 Reichsmark), Jugendturner (4 RM), Kinder (0,75 RM) und Familien (10 RM).

1948

Ein so genannter "Kameradschaftsabend" findet am 8. Mai im Vereinslokal statt.

Auf dem Rasen des Verkehrskreisels "Pagenfelder Platz" gestalten am 25. Juni 77 Aktive ein buntes Schauturnen und werben somit für den sportlichen Neubeginn im Stadtteil. Es sollte unsere einzige Veranstaltung auf diesem Platz bleiben.

Die Turnratssitzung am 7. Juli findet wieder im Vereinslokal statt, das jetzt von Theodor Wittheim bewirtschaftet wird.

Von der darauffolgenden Sitzung am 15. August ist folgendes protokolliert:

"In früheren Zeiten war es üblich, dass Turner und Turnerinnen mit einem Lied auf den Lippen an die Geräte gingen. Von verschiedenen Seiten wird angeregt, das auch heute wieder zu pflegen. Der Turnrat hofft, dass dieser alte Brauch nicht an der Lustlosigkeit der Turnerinnen und Turner scheitert."

Im Oktober verlieren wir zwei Gerätewettkämpfe gegen die Polizei mit 510:494 und 538:495 Punkten.

Am Deutschen Turnfest in Frankfurt (19. bis 23. August) beteiligen sich noch keine Mitglieder des Hamburg-Horner Turnvereins.

Im August veranstalten wir einen "Sommernachts-Ball".

Am 28. Oktober übernimmt der Verein eine aus zwölf Personen bestehende Horner Tischtennisgemeinschaft. Die Herren Fründt, Mauer und Werner waren diesbezüglich an uns herangetreten. Erster Übungsabend ist der 25. November.

Einen "Weihnachts-Ball" gibt es am 18. Dezember und erstmalig auch eine Weihnachtsfeier für alle Kinder. Sie erhalten eine Tüte mit Äpfeln, Keksen und einer Fruchtschnitte.

1949

Auf der Hauptversammlung am 18. März berichtet der Männerturnwart Alfred Jacobs, dass die Übungsabende mit durchschnittlich 47 Teilnehmern sehr gut besucht waren. Bei Hans Kruse sind oft sogar hundert Jungen und Mädchen anwesend!

Eine neue Vereins-Satzung wird verabschiedet.

Auf der Turnratssitzung am 30. Juni klagt Oberturnwart Hans Kruse erneut über fehlende Disziplin in der von Robert Neumann geleiteten "1. Mädchenriege". Daraufhin werden vier Mädchen aus dem Verein ausgeschlossen, Neumann als Vorturner der Riege abgelöst. Der hatte außerdem beim Schauturnen am 12. Juni (1. Deutscher "Volksturntag") mit Kindern Artistik gezeigt, obwohl doch der Verein einen spielerischen Turnbetrieb wünscht.

Auf der Turnratssitzung am 29. September wird zum Thema Artistik noch einmal ausführlich debattiert, wobei Karl Mair und Hans Kruse sehr verschiedener Ansicht sind.

Vom 11. bis zum 24. Juli und vom 25. Juli bis zum 7. August fahren Kinder und Jugendliche ins Ferienlager Puan Klent.

Am 20. August ist "Sommernachts-Ball" im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof.

Pressewart Helmuth Maier gibt eine einfache Vereinszeitung im Format A4 heraus.

Am 5. November findet ein Turnwettkampf zwischen Geesthacht, Elmshorn und dem H.H.T. statt.

Die Weihnachtsfeier ist am 10. Dezember im Vereinslokal.

1950

Anfang des Jahres entfernen wir den Schaukasten an der Horner Landstraße 339 beim Friseur Bernhard Fuhlendorf, doch später wird er wieder angebracht. Der andere Schaukasten steht vor dem Vereinslokal, der Gaststätte "Alt-Horn".

3. September: Abendliche "Feierstunde" anlässlich unseres 45jährigen Vereinsjubiläums. Mit dabei das "Streichorchester Schmidt-Schwerin" und der "Männergesangverein Felsenburg". Anschließend ist Festball.

Am Sonntag darauf zeigt die Turnabteilung im Rahmen des Schulfestes kurze Ausschnitte ihres Übungsprogramms. Zu den Faustballspielen hatte man den Walddörfer Sportverein sowie Lehrer und Schüler der Pachthofschule eingeladen.

Ab 1. Oktober entfällt die Hallenmiete für das Kinder- und Jugendturnen.

Im Rahmen des Jubiläumsjahres hält Schulleiter und Heimatforscher Adolf Diersen am 24. November einen Dia-Vortrag zum Thema "Altes Horn".

Ein "Kameradschaftsabend" der Erwachsenen im Vereinslokal und Julklapp der Jugendlichen sind am 17. bzw. 19. Dezember die letzten Jahrestermine.

1951

Aus Kohlenmangel muss die erste Turnratssitzung des Jahres in der Gaststube des Vereinslokals stattfinden und schon um 22 Uhr beendet werden.

Unser zweiter Schaukasten steht nun am kleinen Lokal von Hoops. Der Wirt des im Krieg zerstörten großen "Gasthofs zur Rennbahn" hatte gleich rechts seines zerstörten "Kaisersaals" eine große Bretterbude aufstellen lassen, die aus zwei Geschäftsbereichen bestand. Im linken war ein Tabakwaren- und Zeitschriftenladen untergebracht.

Am 15. Juli verlieren wir einen Turnvergleich gegen Kirchwerder, nachdem im Mai noch gewonnen wurde.

Zahlreiche Aktive fahren im Spätsommer zum Hamburger Verbands-Turnfest ins Bergedorfer "Billtal-Stadion".

Alte Vereinsmitglieder treffen sich am 1. September, um vergangene Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Der "Männergesangverein Felsenburg" umrahmt tags darauf ein Schauturnen im "Blohm's Park". Die frisch gesäte große Wiese und auch die Freilichtbühne dürfen jedoch nicht benutzt werden.

Im Oktober wollte Hans Kruse mit Vereinskindern ein Weihnachtsmärchen einstudieren. Weil die jedoch kein Interesse zeigten, musste Kruse sein Vorhaben aufgeben. Zur Feier am 21. Dezember kamen dennoch über 400 Kinder in die Aula der Pachthofschule.

1952

Im Februar findet erstmals nach dem Krieg wieder eine Maskerade statt, auf die wir bisher wegen Kohlenmangels verzichten mussten.

Erstmals erscheint das neue Heimatblatt "Horner Anzeiger", in dem sich zukünftig auch der H.H.T. mit kleinen Berichten vorstellen möchte. Vorerst jedoch werben wir noch in allen Haushaltungen mit Handzetteln.

Im August übernimmt Günther von Bühler die seit einiger Zeit lahmliegende Handball-Abteilung.

Im selben Monat treffen 1349 neue Vereinsabzeichen ein.

Die Lehrkräfte der Damen- und Herrenabteilung beklagen mangelnde Disziplin und fehlendes Interesse. Zum letzten Turnfest in Reinbek hätten sich nur wenige gemeldet.

Knapp verlieren wir einen Vergleich gegen die Riege des Billstedter Turnvereins "Gut Heil".

Die Schaukästen an der Horner Landstraße vor dem Lokal von Hoops und bei "Eis-Ahrend"  haben sich als beste Werbung erwiesen.

Auf der Weihnachtsfeier wird diesmal auch ein Film gezeigt. Alle 470 Kinder bekommen je eine Tüte im Wert von einer Mark, die 250 Gramm Äpfel, zwei Mandarinen, eine Apfelsine, einen Lolli, zehn Rahmbonbons und 125 Gramm Pfeffernüsse enthält!

1953

Am 17. Juni stirbt Hermann Georg Karl Rieckmann, 1. Vorsitzender in den Jahren 1922 bis 1934.

Deutsches Turnfest in Hamburg: Vom 2. bis 9. August sind wir Gastgeber für die Teilnehmer aus Westfalen. Siebzehn Vereinsmitglieder beteiligen sich wettkampfmäßig.

Auf der Jahreshauptversammlung am 13. August wird Alfred Peitzmann zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Otto Pielström hatte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl gestellt.

Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann will zwei Schaukästen stiften, die von den Faustballern angebracht werden sollen.

Einige Mitglieder sprechen sich für die Förderung des Turnerliedes aus. Folglich schließt die Versammlung mit "Turner auf zum Streite".

Am 18. November findet in der Pachthofhalle ein Wettkampf gegen "Gut Heil" Billstedt statt und am 29. November einer gegen die "Hamburger Turnerschaft Barmbek-Uhlenhorst".

Zur Weihnachtsfeier am 19. Dezember kommt ein Puppenspieler aus der Heide.

1954

In der Tischtennisabteilung gibt es nun auch eine Knaben- und Jugendgruppe. Im Mai reisen die Herren nach Mecklenburg zum Sportclub "Medizin Parchim", wo man zwar 9:1 verliert, die Reise aber insgesamt als gelungen bezeichnet.

Jugendliche turnen erfolgreich bei den Bestenkämpfen und beim Verbandsturnfest in Geesthacht.

Im zweiten Halbjahr gibt Alfred Peitzmann seinen Vereins- austritt bekannt. Das Amt des 1. Vorsitzenden übernimmt zwischenzeitlich Gustav Steen.

1955

Zur Jahreshauptversammlung am 18. Februar erscheinen 55 Vereinsmitglieder. Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden war zwar erfolglos geblieben, doch Alfred Peitzmann erklärt sich bereit, dem Verein wieder beizutreten, um das Amt erneut zu übernehmen. Er wird fast einstimmig gewählt, so auch Gustav Steen zum neuen Oberturnwart.

Anlässlich seines 50jährigen Bestehens lädt der H.H.T. am 12. März um 18.30 Uhr zu einem "Erinnerungstreffen" ins Vereinslokal, das derzeit Theodor Wittheim bewirtschaftet.

Mit den "Vereins-Nachrichten" wollen wir ab April wieder regelmäßig alle Mitglieder erreichen. Auf einfachem Papier verschickt die Geschäftsstelle am Querkamp Nr. 15 anfangs 180, ab September 250 Exemplare im A4-Format.

Unter der Leitung von Alfred Jacobs spielt man donnerstags von 19 bis 20 Uhr Faustball. Auf dem Schulhof stehen dafür zwei Felder zur Verfügung.

Am 24. Juni gewinnen wir in der Pachthofhalle einen Jugend-Mannschaftsvergleich gegen Billstedt-Horn mit 98,30:89,70 Punkten. Bester Einzelturner ist Hans-Adolf Steinwärder.

Eine vom Vorstand vorgeschlagene Beitragserhöhung wird vom Turnrat gebilligt. Sie tritt zum 1. Juli in Kraft. Kinder zahlen fortan monatlich 0,85 DM, 16 bis 18jährige Jugendliche 1,50 DM und Erwachsene 3 DM.

Am Nordmarkturnfest in Flensburg (8. bis 10. Juli) nehmen siebzehn aktive und passive Vereinsmitglieder teil.

Im August erhält der Schaukasten vor dem Vereinslokal eine Lichtanlage. Otto Pielström, Besitzer des Haushaltladens von nebenan, hatte sie gestiftet und anbringen lassen. Der Schaukasten kann somit auch bei Dunkelheit zum Blickfang werden. Unser zweiter Werbekasten an der Horner Landstraße Nr. 339 bleibt dagegen noch bis Jahresende unbeleuchtet.

Rechtzeitig zum Jubiläum treffen die neuen Vereinsabzeichen aus Metall ein. Man kann sie für 1,50 DM bei Hans Kruse erwerben.

Die Jubiläumswoche zum "50jährigen" findet bei der Bevölkerung großen Anklang. Sie beginnt am 3. September um 19 Uhr mit einem Laternenumzug an dem über tausend Kinder teilnehmen. Tags darauf findet in der Aula der Pachthofschule eine Morgenfeier statt, die um 10 Uhr vom "Männergesangverein Felsenburg" mit dem Lied "Brüder reicht die Hand zum Bunde" eröffnet wird. Festredner ist Ernst Peters, Vorsitzender des Billebezirks.

Otto Pielström wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt und erhält, wie auch Hans Kruse, die Goldene Ehrennadel des Hamburg-Horner Turnvereins. Die beiden ältesten Mitglieder sind unser erster Turnlehrer Paul Seeling und Martin Siemers, Mitgründer des Vereins.

An allen Werktagen der Jubiläumswoche gibt es nachmittags oder abends Turnvorführungen, aber auch die Tischtennisabteilung wirbt mit Vergleichskämpfen gegen den "Turnerbund Hamburg-Eilbeck", "Gut Heil" Billstedt und den "Hammer Turnverein".

Weil es in Horn nach dem Krieg keinen geeigneten Saal mehr gibt, endet die Festwoche mit einem Jubiläumsball im Lokal "Petershof" (heute liegt dort das Jenfelder Einkaufszentrum). Stimmungsvoll unterhält wieder der "MGV Felsenburg", den sportlichen Teil gestaltet eine verjüngte Hamburger Städteriege unter Verbands-Kunstturnwart Jakob Becker.

Neuer Turnlehrer der Jugend- und Erwachsenenabteilung ist Robert Ortmayr.

Eine Kinder-Weihnachtsfeier mit dem Puppenspieler Büdner findet am 17. Dezember in der Pachthof-Aula statt.

1956

Am 18. Februar ist "Großer Turner-Maskenball" im Jenfelder "Petershof". Es spielt das Tanzorchester Busch.

Trotz anstehender Satzungsänderungen und Wahlen besuchen nur 33 Mitglieder die Jahreshauptversammlung am 2. März. Pressewart Walter "Muschi" Köhn gibt bekannt, dass die Vereinszeitung bislang in einer Auflage von 250 Exemplaren erschienen ist, wovon zweihundert an Mitglieder und fünfzig an sonstige Interessenten versandt wurden. Ab Mai werden zweimonatlich 1300 Exemplare im Format A5 herausgegeben. Fünfhundert bekommt dann der Kinderturnwart, weitere fünfhundert erhalten die im Blatt werbenden Geschäftsleute zur Auslage, und die restlichen dreihundert Vereinszeitungen gehen per Post an alle erwachsenen Mitglieder.

Neben den beiden bereits existierenden Schaukästen sollen zwei weitere an der Ecke Beim Rauhen Hause/Horner Landstraße und bei der Endstation der Linie 2 angebracht werden.

Ab März kann die neuerbaute Turnhalle der Rhiemswegschule genutzt werden. Unsere Tischtennis-Abteilung will sich um Übungszeiten bemühen.

Im Rahmen der "Horner Kirchentage" findet am 22. April im Blohm's Park ein "Nachmittag der Begegnungen" statt, an dem sich auch unsere Turnabteilung mit Vorführungen auf der Freilichtbühne beteiligt. Hans Kruse hatte das Programm einstudiert.

Auf der Turnratssitzung am 31. Mai im Lokal Vortmann wird beschlossen, das in letzter Zeit so beliebte Federballspiel ins Sportangebot aufzunehmen. Gespielt wird freitagabends.

Die neue Vereinszeitung finanziert sich erstmalig komplett durch Anzeigen.

Gründungstag für den neuen Spielmannszug ist der 1. Juni. Zum Tambourmajor wird Helmut Zabel bestellt. Geübt wird immer montagabends, erstmals am 11. Juni.

"Laterne, Laterne..." heißt es wieder am 8. September. Für die passende Musik sorgt ein Spielmannszug der Hinschenfelder Turnerschaft. Tags darauf ist Kinder-Schauturnen auf dem Schulhof und ab 19.30 Uhr turnen die Erwachsenen auf der Freilichtbühne im Blohm's Park. Gymnastische Tänze im Fackelschein und der Abschluss bei bengalischer Beleuchtung begeistern die zahlreichen Zuschauer.

Der diesjährige "Große Turner-Herbstball" findet am 6. Oktober im Jenfelder "Petershof" statt. Man erfreut sich an Vorführungen der Frauen-Gymnastikabteilung und der Frauen- bzw. Männer-Turnriege. Es spielt das Tanzorchester Busch

Der seit dem 1. Februar tätige neue Übungsleiter Steffen hatte den Turnbetrieb so sehr gefördert, dass allein die Kinderabteilung von 191 auf 650 Mitglieder zunahm!

Angeschafft werden Schwebebalken, Spannreck, Kugelgelenke für die Ringe und Gymnastikbälle.

Am 8. Dezember um 16 Uhr ist Kinder-Weihnachtsfeier in der Pachthof-Aula. Klavierspieler Johnsen begleitet die Lieder und Puppenspieler Büdner zeigt das Märchen "Prinzesschen Himmelfahrt". Am Abend treffen sich die Erwachsenen aller Abteilungen zum geselligen Beisammensein im Saal der Gastwirtschaft Bargmann am Alten Bauerberg 6. Für stimmungsvolle Musik sorgt eine Drei-Mann-Kapelle und Alfred Jacobs zeigt einige Kurzfilme aus Eigenproduktion.

1957

In den "Vereins-Nachrichten" ist folgendes zu lesen:

"Ihre turnerische Verbundenheit mit dem H.H.T. bewiesen Hermann Zehbe und Gustav Diehn, obwohl beide schon viele Jahre "Passive" sind. Woher wussten sie nur, wo uns der Schuh besonders drückte? Haben sie vielleicht auf einem unserer Schauturnen gesehen, wie wir uns mit den schweren Barren abschleppen mussten? Jedenfalls stiftete uns "Guschi" zwei wunderbare gummibereifte Räder, woraus Hermann einen herrlichen "Molli" (Unterwagen) zauberte. Jetzt ist der Barrentransport ein wahres Vergnügen ...und welcher Verein hat schon einen gummibereiften Molli!"

Auf der Hauptversammlung am 24. Januar meinen viele, dass die Vereinszeitung jetzt wesentlich besser aussieht. Sie erscheint in 1500 Exemplaren und wird gleichmäßig auf Inserenten, Kinderturnwart und erwachsene Mitglieder verteilt.

Am 16. Februar ist wieder Großer Turner-Maskenball im "Petershof" mit dem Tanzorchester Busch.

Zum "Frühlingsfest" sind Erwachsene aller Abteilungen ein-geladen. Es findet am 18. Mai um 20 Uhr im Lokal Koch an der Billstedter Hauptstraße 57 statt.

Am 2. Juni ab 15 Uhr ist Kinder-Schauturnen auf dem Schulhof. Bei strahlendem Sonnenschein tritt ein neugegründeter Spielmannszug auf, der jetzt aus zwanzig Personen besteht

Am 6./7. Juli nehmen dreizehn Aktive am Hamburger Verbandsturnfest in Bergedorf teil.

Zum Laternenumzug am 7. September kommen viele Kinder, doch ein tags darauf geplantes Schauturnen der Erwachsenen im Blohm's Park lässt sich wetterbedingt leider nicht durchführen. Kurzentschlossen zieht man in die Pachthofhalle, wo sich an diesem Sonntag noch über 300 Zuschauer einfinden.

Nach vier Treffen im Lokal "Horner Derby" findet die Turnratssitzung am 3. Oktober wieder im Vereinslokal "Alt-Horn" statt, das jetzt Walter Berger bewirtschaftet.

Der Turner-Herbstball mit den "Original Melodies" findet  am 5. Oktober im "Petershof" statt, dessen moderner Festsaal 1200 Gästen Platz bot und seit dem 4. Juli 1954 mit der Straßenbahnlinie 16 zu erreichen war. Von der Endstation Jenfeld musste man dann nur noch hundert Meter nördlich gehen.

Mehr als fünfhundert Kinder kommen am 7. Dezember zur Weihnachtsfeier in die Pachthof-Aula und erfreuen sich am Märchen eines Puppenspielers aus der Heide sowie einer Tüte mit Leckereien vom Weihnachtsmann.

Die Vereinszeitung konnte in diesem Jahr von acht auf zwölf Seiten erweitert werden. 400 Exemplare sind für die Kinder reserviert, 230 gehen an alle anderen Mitglieder, 300 an die Inserenten zur Auslage in ihren Geschäften und zwanzig an Nachbarvereine und Sportverbände.

1958

Die Hauptversammlung am 23. Januar im Lokal Bargmann wählt Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann (44) zum neuen 1. Vorsitzenden, da Alfred Peitzmann sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Dieser bleibt aber Obmann des Spielmannszugs und damit weiterhin im Vorstand, dem noch Heinz Siebahn als 2. Vorsitzender, Richard Fischer (Schriftwart), Werner Beusch (Kassenwart), Erich Claußnitzer (Jugendturnwart) und Walter Köhn (Pressewart) angehören. Der Ehrenvorsitzende Otto Pielström fordert eine enge Zusammenarbeit aller Abteilungen. Der Jahresbericht 1957 hebt die gute Entwicklung des Kinderturnens (575 Mitglieder) unter Kinderturnwart Hans Kruse hervor.

Großer Turner-Maskenball mit den "Original Melodies" ist wieder am 15. Februar im Jenfelder "Petershof".

Die neue Schule Hermannstal/Stengelestraße führt nach den Osterferien als erste in Horn die 5-Tage-Woche ein. Für die Turnhalle sowie die ebenfalls fertig gestellte Halle Rhiemsweg/Sievekingsallee stellen auch wir Nutzungsanträge.

Deutsches Turnfest in München (20. bis 27. Juli), an dem unsere Turner und Faustballer erfolgreich teilnehmen.

Am 6. September ist Laternenumzug und tags darauf Kinder-Schauturnen auf dem Schulhof. Stets war schönstes Sommerwetter, so auch am 14. September, beim Schauturnen der Erwachsenen auf der Freilichtbühne im Blohm's Park".

Am 4. Oktober ist Turner-Herbstball in Jenfeld. Es spielen die "Kolibris" und "Bobby".

Die Kinder-Weihnachtsfeier in der Pachthof-Aula findet am 13. Dezember statt. Nach einem Märchenspiel, aufgeführt von Mitgliedern des Nienstedter Turnvereins, überreicht der Weihnachtsmann jedem Kind eine bunte Tüte.

1959

Auf der Turnratssitzung am 8. Januar bemängelt Hans Kruse das Desinteresse vieler Aktiver an Turn-Wettkämpfen.

Am 21. Februar ist "Turner-Maskenball" in Jenfeld. Für gute Stimmung sorgen die Tanzkapellen "Marabus" und "Bobby". Der Eintritt kostet 2,50 DM.

Gründung der Gruppe "Jedermannturnen".

Harry Sauerbier ist jetzt Obmann des Spielmannszugs.

Aufgrund eines Angebots der Nordwestdeutschen Werbehilfe beschließt der Turnrat auf seiner Sitzung am 16. April, drei neue Schaukästen aufzustellen. Vor dem Vereinslokal und an der Horner Landstraße 339 gibt es keine Probleme, doch für die Straßenbahn-Endstation "Horner Rennbahn" erhalten wir leider keine Genehmigung.

Am 30. Mai ist Frühlingsfest im Restaurant Koch. Es spielt die Tanzkapelle "Bobby".

Auf der Turnratssitzung am 2. Juli taucht im Protokoll erstmals der Name Helmut Chudzinski auf. Er übernimmt für ein Jahr das Amt des Zeugwarts. Über 25 Jahre lang wird er einmal 1. Vorsitzender sein, doch noch sollen Jahre vergehen.

Unseren Nutzungsantrag für die Schulturnhalle Hermannstal genehmigt man erst im zweiten Anlauf. Jetzt können wir hier montags, donnerstags und freitags jeweils von 18 bis 22 Uhr Sport anbieten.

Ein großer Laternenumzug mit zwei Spielmannszügen bewegt sich am 5. September durch Horn. Er führt ab 20 Uhr von der Pachthofschule über den Pagenfelder Platz, die Weddestraße, Stengelestraße, Washingtonallee, Rennbahnstraße, Sievekingsallee, O'Swaldstraße, den Horner Weg und Bauerberg zurück zum Schulhof.

Am 6. September ab 15 Uhr ist Kinder-Schauturnen auf dem Schulhof. Eine Woche darauf präsentieren sich die Erwachsenen ab 19.30 Uhr auf der Freilichtbühne im Blohm's Park.

Der beliebte Herbstball ist am 3. Oktober im "Petershof".

Die Kinder-Weihnachtsfeier findet am 12. Dezember in der Pachthofhalle statt.

Unser ehemaliger Pressewart Walter Köhn nimmt sich das Leben. Er betrieb am Querkamp 15 ein Tabakwarengeschäft, in dem er auch Papier- und Schreibwaren verkaufte.

1960

Am 8. Januar benutzen wir erstmalig die Schulturnhalle Hermannstal. Es sind unsere Faustballer, die sich hier nun regelmäßig treffen.

Nachdem der Schaukasten am Vereinslokal durch Unbekannte stark beschädigt wurde, erklärt sich Helmut Chudzinski bereit, zwei neue Kästen anzufertigen.

Die Hauptversammlung am 29. Januar wählt Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann wieder zum 1. Vorsitzenden, neuer Pressewart ist Otto Philipp.

Am 14. Mai ist "Frühlingsfest" im Billstedter Lokal Kämper.

Der dritte Vereins-Schaukasten steht jetzt vor der Gaststätte "Zum Horner Bogen" bei der Haltestelle Rhiemsweg. 

Wolfgang Gebhardt ist ab 21. Juni neuer Übungsleiter. Zwei Jahre später jedoch wird er bereits ausscheiden.

Am 10. September findet der schon traditionelle Laternenumzug durch Horn statt, diesmal mit dem Spielmannszug des VfL 93 und dem durch sechs Personen verstärkten vereinseigenen. Von der Endstation der Straßenbahnlinie 2 geht es zur Pachthofschule, vor der ab 19 Uhr musiziert wird.

Am Tag darauf ist Kinder-Schauturnen in der Pachthofhalle und eine Woche später das Schauturnen der Erwachsenen auf der Freilichtbühne im Blohm's Park. Hier turnen die Damen am Stufenbarren, die Herren am Hochbarren. Neben weiteren Übungen am Pferd und am Boden stehen vier Gymnastikvorführungen auf dem Programm. Beide Schauturnen sind gut besucht und finden allgemeinen Anklang.

Auf dem Herbstball am 8. Oktober im Jenfelder "Petershof" spielen die "Jailhouse Jazzmen".

Dem Pachthof-Schulleiter Herrn E. Spender überreichen wir zu seinem 40jährigen Schuljubiläum einen Blumenstrauß.

Am 17. Dezember ist Kinder-Weihnachtsfeier mit einem Laienspiel, aufgeführt von jungen Mitgliedern des Niendorfer Turnvereins.

1961

Auf Anregung Friedrich Wilhelm Karl Rieckmanns beschließt der Turnrat am 24. Januar, zukünftig eine Aufnahmegebühr zu erheben, um einerseits schnellem Ein- und Austritt vorzubeugen, andererseits die finanzielle Lage des Vereins aufzubessern. Der Betrag von einer Mark soll als Verwaltungsgebühr gelten.

Jugendturnwart Erich Claußnitzer berichtet über die Bestenkämpfe, wo unsere Mädchen unter 18 Mannschaften einen 1. und 6. Platz, die Jungen unter 10 Mannschaften den 1. Platz erreichten.

Die alljährliche "Maskerade" findet am 18. Februar statt.

Am Nordmarktreffen der Spielmannszüge nimmt am 15. und 16. Juli auch unser Spielmannszug teil.

"Männer gesetzten Alters" treffen sich in einer neu eingerichteten Spiel- und Gymnastikgruppe.

Am 9. September ist Laternenumzug. Von der Pachthofschule geht es über den Pagenfelder Platz, die Rennbahnstraße entlang bis zum Rhiemsweg und weiter zum Horner Weg. Über die O'Swaldstraße, Am Gojenboom und den Bauerberg erreicht man schließlich wieder die Schule. Am nächsten Tag ist Schauturnen der Kinder und Erwachsenen.

Am 24. September, dem "Tag der Heimat", beteiligt sich unsere Turnabteilung an einer Veranstaltung des Horner Bürgervereins in der Pachthof-Aula.

Am 30. September ist Herbstball im Jenfelder "Petershof".

1962

Im Januar schlägt Heinz Siebahn die Einrichtung eines Girokontos vor. Neuer Jugendturnwart ist Karl-Heinz Wittig.

Bei der Flutkatastrophe am 17. Februar kommen auch unsere langjährigen Mitglieder Hermann Zehbe und seine Frau Auguste ums Leben. Beide hatten sich am frühen Morgen vor dem steigenden eiskalten Wasser noch auf den Wohnzimmerschrank geflüchtet. Zehbe besaß in Wilhelmsburg eine "Maschinenbau-, Schiffs- und Kesselschmiede".

Neun Jungen und sieben Mädchen nehmen am 4. März an den Jugend-Bestenkämpfen in Reinbek teil.

Das von Hans und Marion Wrigg geführte Lokal "Zum Horner Bogen", in den vergangenen Jahren Ort einiger Turnratssitzungen, heißt jetzt "Gaststätte Witters".

Neuer Klavierspieler ist Herr Straten. Für seinen Einsatz am Freitag erhält er 11,50 DM als Entschädigung.

Am 22. Dezember ist Kinder-Weihnachtsfeier. Im Mittelpunkt steht die Aufführung einer Laienspielgruppe.

Ende des Jahres hat sich die Mitgliederzahl auf 771 erhöht.

1963

Auf der Jahreshauptversammlung wird Alfred Jacobs zum neuen Oberturnwart gewählt, Nachfolger von Hans Kruse, der aber weiterhin die Kinderabteilung leitet.

Nach der Maskerade bleibt ein Überschuss von 325 DM.

Siebzehn Mädchen und zwei Jungen turnen am 3. März in Bergedorf bei den Jugend-Bestenkämpfen des Billebezirks.

Deutsches Turnfest in Essen (15. bis 21. Juli).

Im August verstirbt Willy Franz. Er war 1946 zum 2. Vorsitzenden gewählt worden.

Am 21. September ist Laternenumzug, ein Schauturnen findet am 26. Oktober statt, und am 21. Dezember ist wieder große Kinder-Weihnachtsfeier in der Aula.

Die Mitgliederzahl hat sich auf 837 erhöht.

1964

Anfang des Jahres stirbt Otto Pielström, Vereinsmitglied seit dem 1. Januar 1909 und 1. Vorsitzender von 1947 bis 1953.

14. Februar: Auf der Jahreshauptversammlung im Lokal von Erich Trombetta am Alten Bauerberg 6 (bis 1961 von Günter Bargmann bewirtschaftet), wählt man Uwe Schäfer zum neuen Tischtenniswart. Er ist somit Nachfolger von Ernst-Georg Ehrlicher. Neuer Jugendturnwart ist Johannes Graner.

Am 19. September findet wieder der von uns organisierte beliebte Laternenumzug statt, an dem auch alle Kinder teilnehmen können, die nicht Vereinsmitglieder sind.

Bei der Weihnachtsfeier am 19. Dezember wird ein Märchen aufgeführt.

1965

Der Verein hat nur noch 799 Mitglieder.

Am 6. März vergnügen sich viele Horner bei der Maskerade.

Das kleine Wohnhaus am Alten Bauerberg 16, seit über fünfzig Jahren unser Vereinslokal, muss für den Westausgang der neuen U-Bahnstation "Horner Rennbahn" abgebrochen werden. Neues Vereinslokal ist wenig später die Gaststätte von Günter Bargmann im Hermannstal 79.

Jahreshauptversammlung ist am 19. März im Lokal "Horner Bürgerstuben" an der Horner Landstraße. Nur 38 Mitglieder sind anwesend. Eine bevorstehende Renovierung der Pachthofhalle bereitet große Sorgen, denn die Umbauarbeiten sollen etwa neun Monate dauern. Hans Kruse wird wieder zum Oberturnwart gewählt und damit zum Nachfolger von Alfred Jacobs, der nun neuer Spielwart ist.

Am 18. Dezember kommen unsere Jüngsten zur traditionellen Kinder-Weihnachtsfeier in die Aula. Dreihundert Tüten mit Süßwaren, Äpfeln, Mandarinen und Clementinen werden verteilt. Das Märchenspiel führt die Mädchenklasse M10 der Schule Steinadlerweg auf. Als Gegenleistung erhält die "Wanderkasse" der Schule 100 DM.

1966

Im Januar kann die umgebaute Turnhalle der Pachthofschule wieder genutzt werden. Der alte miefige Korkboden wurde durch PVC ersetzt. Deshalb müssen Pferd und Reck mit Nylonrädern versehen werden.

Auf der Jahreshauptversammlung am 4. März berichtet Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann, dass die Mitgliederzahl gegenüber 1964 um 161 auf nunmehr 676 zurückgegangen ist. Am stärksten betroffen sind die Kinder- und Jugendabteilungen sowie die Turnabteilung. Zurückzuführen ist dies auf die Renovierung der Pachthofhalle und den sich daraus ergebenen weiten Wegen zu den Ausweichhallen. Zum neuen Jugendturnwart wird Hans J. Brause gewählt.

Ab 1. Mai gelten folgende Vereinsbeiträge:

1,50 DM für ein Kind, 2,50 DM für zwei Kinder, 3 DM für drei und mehr Kinder. Mitglieder zwischen 14 und 18 Jahren zahlen 2 DM.

Angeregt durch das allgemeine Fußballfieber vor der Weltmeisterschaft in England wollte Hartwig Dieckmann - seit 1955 vielen in Horn bekannt als "der Elektromann" - diesen Sport wieder im Stadtteil etablieren. Seine Idee "Horn 66" veranlasste die Mitglieder Werner Fründt, Alfred Jacobs, Hans Jeshel und Heinz Siebahn, Fusions-Gespräche mit Dieckmann zu führen. Auf der Turnratssitzung am 14. Juli sind elf Mitglieder für eine Angliederung und die Aufnahme von Hartwig Dieckmann als kommissarischen Fußballwart in den Turnrat. Bereits bis September hatten sich 115 neue Mitglieder angemeldet, und am Jahresende zählte man 198 fußballbegeisterte Kinder und Erwachsene.

In der Turnhalle der Wichernschule leitet Helga Deppe ab 31. August mittwochs eine neue Damen-Gymnastikgruppe. "Später begleitete Herr Eisold die Gymnastikübungen sogar mit flotter Klaviermusik", wie sich Hilde Jacobs erinnerte.

Die außerordentliche Hauptversammlung am 16. September beschließt eine Erhöhung des Erwachsenen-Beitrags von bisher 3,50 auf 4,50 DM.

Am 17. Dezember kommen wieder viele Kinder zur Weihnachtsfeier in die Aula der Pachthofschule.

1967

Auf der Jahreshauptversammlung am 24. Februar wird ein allgemeiner Aufwärtstrend festgestellt. Neben Fußball erfreut sich die Gruppe "Jedermann" zunehmender Beliebtheit. Für den erstmalig vergebenen Posten eines Fußballwarts wählt die Versammlung Hartwig Dieckmann. Neuer Männerturnwart ist Helmut Chudzinski. Der Begriff "Jugendturnwart" wird durch "Jugendwart" ersetzt.

Die Ende Februar erscheinende Vereinszeitung hat jetzt ein neues Gesicht und heißt "Der kleine Horner".

Auf seiner Sitzung am 20. Juni stimmt der Turnrat zu, dass die Fußballmannschaft fortan als "Horner TV" spielen darf. Diese Kurzform setzt sich in den nächsten Jahrzehnten auch bei allen andere Abteilungen mehr und mehr durch.

Am 24. August treffen sich erstmals 14-18jährige in der neu eingerichteten Jugend-Turngruppe, die Helmut Chudzinski ins Leben rief und fortan in der Pachthofhalle leiten wird. Bereits am 18. November nehmen acht Turnerinnen an den Wettkämpfen der allgemeinen Klassen in der Sporthalle Bundesstraße teil.

Im Dezember legt Otto Philipp sein Amt als Pressewart nieder, das zwischenzeitlich Dieter Flato übernommen hatte.

1968

Am 1. Januar hat der Verein erstmalig über 1000 Mitglieder (genau 1061). Grund dafür ist die Fußball-Abteilung mit 127 Neuzugängen. Gut entwickelt hat sich auch unsere Jedermann-Gruppe, die jetzt aus fünfzig Herren besteht.

Ab Februar können wir drei Abende in der neuen Schulturnhalle Speckenreye nutzen. Montags leitet hier Frau Hüsing eine neue Damen-Gymnastikgruppe.

Auf der von 118 Mitgliedern besuchten Jahreshauptversammlung am 1. März wird Werner Fründt zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt und ist damit Nachfolger von Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Wegen ihrer jahrzehntelangen großen Verdienste werden Werner Beusch, Hans Kruse und Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann zu Ehrenmitgliedern ernannt. Man beschließt, die bisherige Bezeichnung "1. Kassenwart" in "Schatzmeister" zu ändern.

Am 22. Mai ist festliche Einweihung des Rasensportplatzes Rhiemsweg/Tribünenweg. Das Programm beginnt um 17 Uhr mit musikalischen Darbietungen unseres Spielmannszugs. Anschließend spielt die 1. Knaben-Mannschaft gegen Alstertal, und nach den Festansprachen prominenter Vertreter der Öffentlichkeit beginnt um 18.30 Uhr das Spiel der 1. Herren gegen den FC St. Pauli.

Gründung der Gruppe "Mutter und Kind", die Helga Deppe leitet. Noch gibt es in Hamburg erst wenige Vorbilder, doch schon bald wird das "MUKI-Turnen" immer beliebter.

Deutsches Turnfest in Berlin (20. bis 29. Mai).

Jugendarbeit wird in diesem Jahr besonders groß geschrieben. Mit einer Gruppe von 70 Kindern aus verschiedenen Abteilungen reist man im Mai ins Wochenende, um u.a. Freizeitinteressen festzustellen. Es entwickelt sich eine Laienspielgruppe, die erstmalig bei der Kinder-Weihnachtsfeier und in der Schule Hermannstal auftritt.

Nach fünf Jahren Pause gibt es im November endlich wieder ein Kinder-Schauturnen in der Pachthofhalle.

Im Dezember gibt Hans Kruse das Kinderturnen an Helmut Chudzinski ab. Noch leitet Kruse die Jedermann-Gruppe und Damen-Gymnastik, doch schon kurze Zeit später wird er aus Altersgründen ganz ausscheiden und den Verein verlassen.

1969

Helmut Chudzinski und Wolfgang Fründt organisieren das Kinder-Sommerlager "Heide". Geplant war es eigentlich vom 29. Juni bis zum 19. Juli in Hösseringen, doch das dortige Pfadfindergelände hatten die Betreiber kurzfristig selbst beansprucht und uns als Ersatz den Castellplatz in Vietze angeboten. Hier, in einer schönen Landschaft am Steilufer der Elbe, werden dreißig Kinder von Marianne Chudzinski und Wolfgang Fründt betreut. Geschlafen wird in Zelten, gegessen auf der Wiese. - Wie stimmungsvoll es dort war, belegen die Fotos auf der nächsten Seite.

Am 31. Dezember hat der Verein schon 1112 Mitglieder, was an den vielen Neubauten liegt, die auf der nördlichen Horner Geest entstanden sind.

1970

Die Turnratssitzung am 28. Januar protokolliert:

"Der Verein hat nicht nur die Aufgabe, Breitensport zu betreiben, sondern ist auch verpflichtet, talentierte Jugendliche für den Leistungssport auszubilden. Helmut Chudzinski reicht ausführliche Vorschläge ein."

Auf der Jahreshauptversammlung am 13. März erhält Alfred Jacobs die Silberne Verbands-Ehrennadel aus den Händen von Franz-Josef Bendel, dem Vorsitzenden des Hamburger Turnverbands.

Der Schaukasten vor dem Lokal bei der Straßenbahnhaltestelle  Rhiemsweg wird zum Gojenboom umgesetzt.

Wir erwerben ein 1208 qm großes Gelände mit kleinem Haus in Vietze, das während des Sommer-Zeltlagers gründlich renoviert wird. Jetzt kann man hier schon kochen, besitzt aber auch zusätzlich ein Zelt für Mahlzeiten. Vietze sollte auch für andere Hamburger Vereine Ausflugsziel sein, doch in den folgenden Jahrzehnten kommen hauptsächlich Mitglieder unseres Vereins.

Am 8. September stellt sich der angehende Lehrer Gerd Rasquin als Übungsleiter vor und beginnt am 24. Oktober mit dem weiblichen Kunstturnen.

Im Oktober wird eine Volleyball-Jugendabteilung gegründet, die freitags von 20 bis 22 Uhr in der Pachthofhalle spielt.

Eine Jugend-Weihnachtsfeier aller Abteilungen findet am 19. Dezember in der Pachthof-Aula statt. Tags darauf ist Kinder-Weihnachtsfeier.

Seit Dezember hat die Vereinszeitung ein anderes Aussehen. Lange Zeit gab es Probleme, jetzt soll sie unter den Herren Langschwager/Krappen wieder zweimonatlich erscheinen.

1971

Unser ehemaliger langjähriger 1. Vorsitzender Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann erhält den Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes.

Auf dem Sportplatzgelände am "Von-Elm-Weg" errichtet die Fußball-Jugendabteilung eine Holzbaracke, unser erstes Vereinshaus!

Mitglieder der Gruppe "Jedermann" beteiligen sich jetzt auch an Prellball-Turnieren.

Nachdem sich die Pachthofschule im Jahre 1970 zu den leistungsstärksten Schulen im Volleyball entwickelt hatte, machte der 1. Vorsitzende Werner Fründt dem engagierten Lehrer Dietmar Herbst ein interessantes Honorarangebot. Mit vierzig Jungen und Mädchen tritt Herbst dem Verein bei, eine seitdem nie wieder erreichte Mitgliederzahl im Volleyball.

2. Juli: Sportplatz-Einweihung der Pachthofschule.

Die Kinder-Weihnachtsfeier ist am 19. Dezember. Dem Märchen "Die Hasenprinzessin" folgt eine akrobatische  Vorführung der "Schneehäschen". Für unsere Jugendlichen wird die Pachthof-Aula diesmal zum "Beatschuppen" umfunktioniert.

1972

Mit dem "HHT-Report" erscheint am 14. Februar erstmalig ein Informationsblatt für unsere Jugendlichen.

Dieter Flato wird 1. Vorsitzender und damit Nachfolger von Werner Fründt. 2. Vorsitzender ist jetzt Werner Lüder, Schatzmeister Uwe Schäfer.

Die Geschäftsstelle ist jetzt im Vereinshaus untergebracht.

Unsere Volleyballer schließen sich dem Hamburger Volleyballverband an.

Vom 16. Juli bis 4. August und gleich anschließend bis zum 24. August gibt es zwei Kinder-Sommerlager in Vietze. Das erste leitet Helmut Chudzinski, das zweite Werner Möller. Jedes Kind zahlt insgesamt 130 DM.

Am 21. November trainiert unser Kunstturnnachwuchs erstmals in der Schulaula Stengelestraße. Fast 25 Jahre wird uns dieser Trainingsort zur Verfügung stehen.

2. Dezember: "Bunter Abend" in der Pachthof-Aula.

1973

1236 Mitglieder gibt es Verein, davon 600 Kinder, 166 Jugendliche und 470 Erwachsene.

Ab 1. April bilden wir mit dem TSV Hohenhorst eine Kunstturngemeinschaft (KTG).

Klaus Hofhansel wird 2. Vorsitzender, Dietmar Herbst baut eine Theatergruppe auf.

Deutsches Turnfest in Stuttgart (12. bis 17. Juni). Auch einige Vereinsmitglieder nehmen daran teil.

1974

Im Stadion von La Pared auf Fuerteventura spielen die Fußballer am 26. Januar abends gegen den ansässigen Verein.

Auf der Jahreshauptversammlung, die zukünftig "Mitgliederversammlung" heißen wird, verabschiedet man eine neue Satzung mit Jugendordnung. Kernpunkt ist die Selbstverwaltung der einzelnen Fachabteilungen.

Am 22. April erscheint eine neue Vereinszeitung im Format A4. Sie heißt "HORNER INFO" und wird viele Jahre vom Pressewart noch selbst geheftet. Bei bis zu 700 Exemplaren eine zeitaufwendige Angelegenheit.

Im Verein wird wieder gefeiert: Kinderfasching, Maibockfest im Zelt beim Vereinshaus und Jugenddisco. Während letztere beiden Veranstaltungen nicht zur Tradition werden, findet der Kinderfasching fortan alljährlich im Februar statt.

1975

Der Verein hat 1250 Mitglieder.

Helmut Chudzinski, Edmund Krabiell, Henry Oehmigen und Fritz Richert grundüberholen das Freizeitheim in Vietze und bauen den Dachstuhl zu zwei Schlafräumen aus.

"70 Jahre Hamburg-Horner Turnverein". Wir feiern am 20. September auf dem Gelände der Pachthofschule.

1976

Harry Piehl baut eine Handball-Abteilung auf. Am 8. Januar treffen sich einige "Minimädchen" zum ersten Training.

Auf Anregung der Turnabteilung beschließt die Mitgliederversammlung, künftig Ehrungen zum "Sportler des Jahres", zur "Sportlerin des Jahres" und zur "Mannschaft des Jahres" durchzuführen. Vergeben wird jeweils ein kleiner Wanderpokal. Die Versammlung wählt Gerd von Borstel zum 2. Vorsitzenden.

Vom 22. Juni bis 19. Juli reisen erstmals Vereinsmitglieder zu Wettkämpfen in die USA. Es sind sieben junge Kunstturnerinnen und ihr Trainer. In New York, Washington, Cleveland, Grand Rapids, Traverse City und Detroit turnen sie in meist ausverkauften Hallen. Auch das Fernsehen interessiert sich für unsere Mädchen, lädt sie in eine beliebte Show ein.

Erstes Freizeitsportfest der Turnabteilung.

1977

Zur ersten "Sportlerin des Jahres" wird Angela Krüger aus der Badminton-Abteilung gewählt, zum ersten "Sportler des Jahres" Uwe Winter (Fußball) und zur ersten "Mannschaft des Jahres" die Kunstturn-Riege mit Telse Braack, Siegrid Cieslik, Gaby Kleist und Anke Rospek.

Der Vorstand beschließt den Kauf eines ausgedienten Schulpavillons, der die Holzbaracke als Vereinshaus ersetzen soll.

Unsere Fußballmannschaft macht bundesweit Schlagzeilen, als sie im DFB-Vereinspokal die zweite Hauptrunde erreicht und im Stadion an der Grünwalder Straße gegen den Bundesligisten "TSV 1860 München" spielen muss. Fünfzehn Minuten hält man sogar ein 0:0, doch letztendlich geht das Spiel mit 0:15 Toren verloren.

Die erste DM-Medaille der Vereinsgeschichte gibt's am 18. Juni in Rüsselsheim. Unsere Kunstturn-Mannschaft mit Telse Braack, Gaby Kleist, Anke Rospek und Angela Stumpe wird "Deutscher Schülerinnen-Vizemeister".

Der Spielmannszug fliegt in die USA zur "Steuben-Parade".

1978

Die Mitgliederversammlung am 6. März findet im Gemeindesaal der Martinskirche statt. Während der 1. Vorsitzende im Amt bestätigt wird, wählt man Peter Kröger zum 2. Vorsitzenden. Neuer Pressewart ist Dietrich Knut.

Um einen ausrangierten Schulpavillon kaufen und zum Vereinshaus ausbauen zu können, beschließt man drei Monatsbeiträge pro Mitglied als Umlage.

Gertrud Gaidis erhält die Ehrenmitgliedschaft für ihre Ver- dienste um das Freizeitheim in Vietze.

Nach Abriss der provisorischen Holzbaracke im März, beginnen die Bauarbeiten für das neue Vereins- und Jugendhaus. Bereits am 30. Juni kann es feierlich eingeweiht werden, übergeben drei Kinder dem Vorsitzenden Dieter Flato symbolisch einen riesengroßen goldenen Schlüssel. Flato würdigt besonders Hans Jeshel und Helmut Röwer für ihren selbstlosen Einsatz.

27. Mai: Kunstturnerinnen-Länderkampf gegen Frankreich in Toulon. Mit Gaby Kleist und Anke Rospek stehen erstmals gleich zwei Schülerinnen aus unserer Kunstturngruppe in der Deutschen Nationalmannschaft.

Beim 25. Deutschen Turnfest in Hannover (30. Juli bis 5. August) gewinnen Gaby Kleist, Anja Placküter und Anke Rospek alle fünf Goldmedaillen und zusätzlich noch drei Silbermedaillen in der Schülerinnenklasse. Es sind die ersten Deutschen Meistertitel unserer Vereinsgeschichte.

Schülermeisterin im Mehrkampf und am Stufenbarren sowie Vizemeisterin am Schwebebalken und im Bodenturnen wird Gaby Kleist (11), Vizemeisterin im Mehrkampf sowie Deutsche Schülermeisterin am Balken und im Bodenturnen Anke Rospek (12), und Anja Placküter (12) sicherte sich auch noch die Goldmedaille im Pferdsprung.

Im Herbst wird "Jazz, Rock, Pop & Beat" ins Leben gerufen. Die Gymnastikgruppe für Jugendliche übt mittwochs von 17 bis 18 Uhr in der Turnhalle Weddestraße.

1979

Am 20. Januar ist Schauturnen in der Pachthof-Aula.

Die Mitgliederversammlungen und alle Vorstandssitzungen finden fortan im neuen Vereinshaus statt. Peter Kröger wird zum 1. Vorsitzenden, Helmut Chudzinski zum 2. Vorsitzenden und Barbara von Borstel zur neuen Jugendwartin gewählt. Zu Ehrenmitgliedern ernennt der Vorstand Hans Jeshel, Harry Sauerbier und Heinz Siebahn. Vereinsbeiträge werden zukünftig von den Girokonten abgebucht.

Auch im zehnten Sommer wird wieder ein Zeltferienlager in Vietze angeboten und zwar vom 15. Juli bis zum 4. August. Vereinskinder zahlen 300 DM. Leiter ist Werner Möller.

1980

Ein bereits seit vier Jahren bestehender Tanzkreis schließt sich uns an und gründet somit am 1. April die Tanzsport-Abteilung. Dreizehn Paare treffen sich fortan regelmäßig in der Aula Steinadlerweg. Leiter Manfred Schunk schreibt dazu in der Jubiläumsausgabe unserer Vereinszeitung: "Dem Breitensportler soll ein interessantes und abwechslungsreiches Training geboten werden, das ihn körperlich und geistig fordert, jedoch nicht überfordert. Gesellige Veranstaltungen wie Bälle, Tanztee usw. sollen die Beziehungen zum Verein und seinen anderen Gruppen festigen. Vereinsinterne Vergleichskämpfe und Test-Turniere ermöglichen dem Breitensportler, seinen Leistungsstand zu überprüfen. Der Unterricht in den Tanzkreisen bezieht sich gleichermaßen auf die Formen Standard/Latein-amerikanisch bzw. Mode/Geselligkeit."

Sportlicher Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 75jährigen Vereinsjubiläum ist ein Schauprogramm aller Abteilungen. Über 400 Zuschauer kommen an diesem 20. September in die Alsterdorfer Sporthalle, und auch das große Kinderfest am 26. September auf dem Gelände des Horner Rodelbergs verläuft außerordentlich erfolgreich. Fast einen Kilometer lang leuchten am Abend tausend Laternen, allen voran der Spielmannszug des Vereins. Der Tag endet mit einem Feuerwerk. Festlicher Höhepunkt ist am 27. September ein Ball im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Es spielen "Ben's Holunder" und die Folk-Show-Gruppe "Treppensänger".

1981

Für alle Teenager findet am 29. August eine "Open-Air-Fete" im Freizeitheim Sprötze statt.

Im Vereinshaus organisieren die Pächter Heinz und Ute Geier u.a. einen "Tanz in den Mai" und "Sommernachtsball".

1982

Ab 1. Januar leitet Monika Albert die Geschäftsstelle.

Der Horner TV übernimmt eine Partnerschaft mit der Stiftung "Anscharhöhe" in Eppendorf, wo behinderte Kinder betreut werden. Durch großzügige Spenden vieler Vereinsmitglieder werden in den folgenden Jahren viele Wünsche erfüllt: Musikinstrumente, Disco-Anlage, Werkstattausrüstung, Fahrräder, ein fahrbarer Toilettenstuhl usw.

Im März beginnt Gerd Rasquin mit "Sportakrobatik", und bereits im Mai wird Britta Fröbisch (9) in Aachen sensationell Deutsche Schülermeisterin, ist damit jüngste Meisterin der deutschen Sportgeschichte!

1983

Auf der Mitgliederversammlung am 20. April werden Karl Mair und Harry Sauerbier mit der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnet.

Im hessischen Baunatal wird unsere 1. Badminton-Jugendmannschaft Deutscher Vizemeister!

Am Deutschen Turnfest in Frankfurt (26. Juni bis 3. Juli) beteiligen sich auch einige Vereinsmitglieder.

In Vietze findet das vorerst letzte Sommer-Zeltlager statt. Mit dabei die Betreuer Helmut und Marianne Chudzinski, Hilde und Werner Möller mit Sohn Uwe sowie Corinna Peters. Es hatte die Zeit der Fernreisen begonnen und damit kaum noch an Gruppenreisen interessierte Kinder und Betreuer. 15 Jahre lang gab's alljährlich ein bis zwei Sommerfahrten, durchgeführt von Helmut Chudzinski, Dietmar Herbst und Werner Möller, nicht zu vergessen die guten Küchenfeen Marianne Chudzinski, Hilde Möller und ihre zahlreichen Helfer. Alle opferten einen Teil ihres Jahresurlaubs und waren ehrenamtlich bei der Sache.

Neue Wirte im Vereinshaus sind ab September Karl-Heinz und Waltraud Schütt.

1984

Am 29. Februar kommen über hundert Jungen und Mädchen zum Kinderfasching mit dem Zauberer "Friedrich".

Das Vereinshaus erhält eine Alarmanlage mit drei Lichtschranken. Die Kosten übernimmt der Automatenaufsteller.

Ab 31. August ist Heino Läu neuer Sportplatzwart am Von-Elm-Weg.

1985

Fast 71jährig stirbt am 4. Januar Friedrich Wilhelm Karl Rieckmann, 1. Vorsitzender von 1958-1968, Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender.

Unser 80jähriges Vereinsjubiläum feiern wir vom 28. September bis 5. Oktober. Die Festtage beginnen um 10 Uhr auf dem Gelände der Pachthofschule: Fußball, Kofferstaffel aller Abteilungen, Handball, Gymnastik und türkische Folkloregruppe. Cafeteria, Imbiss und Weingarten sorgen für das leibliche Wohl. In der Aula geht es dann um 13 Uhr mit Sportakrobatik und anderen Vorführungen weiter. Zwischenzeitlich stellten sich Badminton, Tischtennis und Volleyball vor. Es gibt "Aerobic für alle" und zum Schluss ein Fußballspiel des Gesamtvorstands gegen die Inserenten der Vereinszeitung, das 5:2 gewonnen wird.

In der Aula Steinadlerweg feiert am 2. Oktober Harry Sauerbier sein 50jähriges Jubiläum als Spielmann. Zwei Tage darauf ist großer Laternenumzug.

Die Festtage enden im Billstedter "Panorama-Hotel" mit der ersten "Rot-Weißen Ballnacht".

Ende Dezember hat der Verein 1002 Mitglieder.

1986

Am 16. April wird Helmut Chudzinski zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

Innen-Renovierung des Vereins- und Jugendhauses. Pächter ist Mohamed Miled, kurz "MO" genannt.

"Musik-Show+Basar": Die Wohltätigkeits-Veranstaltung für das Kinderheim "Anscharhöhe" findet am 14. Dezember von 10 bis 13.30 Uhr in der Pachthof-Aula statt.

Stark rückläufig war in den letzten drei Jahren der Kinder- und Jugendbereich, sodass im Dezember nur noch 1032 Vereinsmitglieder gezählt werden können.

1987

Ab Februar nennen sich unsere Kunstturnerinnen und Sportakrobatinnen bei ihren Auftritten "Hamburger ShowSternchen".

Am 30. April tanzt man bei "MO" in den Mai.

Am 22. Mai stirbt Karl Mair, 58 Jahre Vereinsmitglied und ausgezeichnet mit der Goldenen Ehrennadel sowie 1983 mit der Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes.

Deutsches Turnfest in Berlin (31. Mai bis 7. Juni). In der vollbesetzten Deutschlandhalle gewinnt unsere Kunstturnerin Suk-ching Li (12) die Goldmedaille im Bodenturnen und wird tags darauf noch Deutsche Schüler-Vizemeisterin im Mehrkampf, am Stufenbarren und Schwebebalken!

Am 31. Oktober findet im Panorama-Hotel eine "Rot-Weiße Ballnacht" mit Tombola statt. Es spielen die "Ripollos".

1988

Am 28. Februar veranstalten wir ab 10 Uhr in der Aula eine Matinee zugunsten des Kinderheims "Anscharhöhe".

Noch immer hat der Horner TV rund 1000 Mitglieder.

Vom 9. bis 11. September findet das "Hamburger Turn- und Sportfest" statt, an dem wir uns mit 17 Erwachsenen und 13 Jugendlichen beteiligen.

Auch bei der "Horner Woche", einer Initiative des Horner Bürgervereins und Horner Geschäftsleute, sind wir dabei.

Am 29. Oktober ist wieder "Rot-Weiße Ballnacht" im Panorama-Hotel. Erstmals spielt die 4-Mann-Kapelle "Atlantics".

Ab 1. November ist Rolf Bentien neuer Pächter des Vereins- und Jugendhauses.

Vom 1. bis 4. Dezember nimmt erstmalig ein Mitglied unseres Vereins an einer Sportakrobatik-Weltmeisterschaft teil. Im belgischen Antwerpen erreicht Suk-ching Li (13) den 12. Platz.

1989

Die Matinee zugunsten des Kinderheims "Anscharhöhe" war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg. Gerd von Borstel führte am 12. März wieder durch ein buntes Sportprogramm, das die Folkloregruppe "Chaotica" musikalisch umrahmte.

Mit Anja Borchmann (12) ist im Mai erstmalig eine Sportlerin unseres Vereins in einem kompletten Monatsprogramm des weltberühmten "Hansa-Theater Varieté" zu sehen.

Nachdem Jens Kort fünf Jahre lang für die musikalische Untermalung der Gymnastikgruppe "Speckenreye" gesorgt hatte, verlässt er nun den Verein.

Am Stichtag 1. 10. hatten wir nur noch 939 Mitglieder, was u.a. an der Auflösung der U21 und des Spielmannszugs lag.

9. November: Am Abend öffnet sich die innerdeutsche Grenze, der so genannte "Eiserne Vorhang".

Zur "Rot-Weißen Ballnacht" kommen am 11. November 170 feierlich gestimmte Vereinsmitglieder und Freunde ins Panorama-Hotel. Es spielt die 3-Mann-Kapelle "Ripollos". Unverändert kostet der Eintritt 20 DM.

Zur alljährlichen "Slumber-Party" der Kunstturnerinnen und Sportakrobatinnen kommen am 28. Dezember erstmals auch Gäste aus Sachsen in die Aula Stengelestraße. Bereits seit 1986 bestand heimlicher Kontakt zwischen dem "Kinder- und Jugendensemble Coswig" und Gerd Rasquin.

1990

Am Deutschen Turnfest in Dortmund/Bochum (27. Mai bis 3. Juni) beteiligen sich acht Vereinsmitglieder.

Im Sommer stirbt Heinz ("Heinerle") Siebahn (79), Ehrenmitglied, Träger der Goldenen Vereinsnadel und 1970 ausgezeichnet mit dem Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes. Er war seit 1929 im Hamburg-Horner Turnverein u.a. als Kassenwart, Spielwart und 2. Vorsitzender tätig.

3. Oktober: Deutschland ist wiedervereint!

13. Oktober: Bei den 1. Gesamtdeutschen Meisterschaften in der Sportakrobatik erringt Jenny Minar (12) den 50. Deutschen Meistertitel für unseren Verein.

"85 Jahre Hamburg-Horner Turnverein von 1905" ist das Motto des Jubiläumsballs am 24. November im Panorama-Hotel. Alljährlich wird fortan die "Sven Olson Band" spielen.

1991

Nach fast sieben Jahren muss Petra Leunig ihre Übungsleitertätigkeit im Kinderturnen aus beruflichen Gründen aufgeben. Ab Januar wird die Gruppe von Ursula Stache betreut.

Am 7. April veranstalten wir die dritte Matinee zugunsten des Kinderheims "Anscharhöhe" und Mitte September beteiligen wir uns an der "Horner Woche".

Im Oktober wird das Vereins- und Jugendhaus umfangreich renoviert und schon Anfang November kommen mit Rudolf und Karin Mayer auch neue Pächter. Es gibt 934 Mitglieder.

Die "Rot-Weiße Ballnacht" findet am 9. November im Panorama-Hotel statt. Erstmals ist sie nicht ganz ausverkauft. Es spielt wieder die "Sven Olson Band".

1992

Auf der Mitgliederversammlung am 29. April wird Anni Rieckmann zum Ehrenmitglied ernannt. Sie ist seit 1925 im Verein und bekommt für ihre Verdienste zusätzlich eine Urkunde überreicht. Marianne Chudzinski erhält vom Deutschen Turnerbund eine Ehrennadel für 40jährige Vereinstreue und Verdienste um "ihren" Horner TV.

Bei schönem Wetter kommen am 20. September viele Besucher zum Sommerfest auf das Gelände der Pachthofschule. In der alten Turnhalle hatte Barbara von Borstel eine Abenteuerlandschaft mit großem Luftkissen aufgebaut. Cafeteria, Grillstand sowie ein Wein- und Biergarten sorgen für das leibliche Wohl. Auch die Flohmarktstände der Kinder finden großen Zuspruch. Ein Fußballspiel "Inserenten gegen den Vorstand" endet 5:2. Zum Abschluss tritt die Folkloregruppe "Chaotica" unter Leitung von Dietmar Herbst auf.

Erstmalig hat der Horner Turnverein nun auch einen "Deutschen Meister", nachdem bislang nur das weibliche Geschlecht für DM-Titel gesorgt hatte. Dennis Ho heißt der hochtalentierte Elfjährige, der am 2. Oktober im württembergischen Hüttlingen die Juniorenklasse beherrschte.

Auf der "Rot-Weißen Ballnacht" am 14. November im Panorama-Hotel vergnügen sich 139 Tanzfreudige zu Klängen der "Sven Olson Band".

Seit Dezember wird das Vereinshaus von Angie und Karin Draack bewirtschaftet.

1993

Auf der Mitgliederversammlung am 21. April wird Uwe Schäfer zum Ehrenmitglied ernannt.

"Rettet Vietze" heißt es im Juni in der Vereinszeitung. Die hohen Kosten zwangen uns, das Jugend- und Freizeitheim schnellstmöglich zu verkaufen. Da sich der Wasserspiegel über die Jahre gesenkt hatte, wurde im Frühjahr sogar eine Bohrung erforderlich, die zwölftausend Mark kosten sollte. Man entschließt sich zu Spendenaufrufen, um den Verkauf doch noch abzuwenden. Bereits im Herbst kann sich der Verein über 6000 DM Spenden freuen, und ein nicht unerheblicher Zuschuss des Ortsamts verwandelt Niedergeschlagenheit in ganz plötzlich in Freude!

Unsere Geschäftsstelle ist ab 1. Juli nicht mehr unter "2000 Hamburg 74" zu erreichen, denn jetzt gelten neue fünfstelligen Postleitzahlen!

"Tanz mal wieder!" ist das Motto der neunten "Rot-Weißen Ballnacht" am 23. Oktober mit der "Sven Olson Band". Zum ersten Mal schließt man mit einem Minus ab, weil sich zu wenige beteiligten. - Am selben Tag verstirbt Kurt Wüpper (76), Mitglied seit 1925, Träger der Goldenen Ehrennadel und bis zum Schluss im Ehrenrat.

1994

"Kunterbunter Märchenwald" ist das Motto des Kinderfaschings am 16. Februar in der Pachthofhalle. Mit viel Liebe bereitet Barbara von Borstel diese Veranstaltung jedes Jahr vor und treue Helferinnen sorgen dann stets dafür, dass es allen Kindern für zwei vergnügte Stunden an nichts fehlt.

Seit dem 1. März wird das Vereins- und Jugendhaus von Konstantinos Fotiou bewirtschaftet. "Tino" will seine Gäste auch griechisch beköstigen.

Auf der Mitgliederversammlung am 20. April wird dem Vorsitzenden Helmut Chudzinski die Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes überreicht. Aus der Hand des Verbandsvorsitzenden Paul Gerhard Wienberg-Schaper erhält er auch die dazugehörige Urkunde.

29. Deutsches Turnfest in Hamburg (15. bis 22. Mai). "Wo Sport Spaß macht" ist diesmal das Motto der ältesten und größten Breitensportveranstaltung der Welt. Unser Verein betreut und versorgt in den Schulen Beim Pachthof, Rhiemsweg und Speckenreye 600 Gäste aus Baden, die rundum zufrieden sind und sich immer wieder lobend äußern.

Fast zwanzigtausend DM Spenden konnten wir in den vergangenen zehn Jahren für die behinderten Kinder der "Anscharhöhe" sammeln. Jetzt wird diese Einrichtung mit erheblichen öffentlichen Mitteln unterstützt und bedarf somit nicht weiter unserer Hilfe. Mit der Aktion "Spenden für Kinder im Horner TV" möchte der Förderausschuss (Barbara von Borstel, Günter Bachmann und Dietmar Herbst) zukünftig bedürftige Kinder und Jugendliche im eigenen Verein unterstützen. Bereits im Spätsommer 1996 wird diese Aktion aber beendet, weil keine Anträge eingereicht worden waren.

1995

Ein ganztägiges "Mitmachfest" veranstalten wir am 2. September auf dem Gelände der Pachthofschule. Trotz schönen Wetters kommen leider nur wenige Besucher.

Sein 25jähriges Trainerjubiläum feierte Gerd Rasquin am 14. Oktober in der "Turn-Aula" Stengelestraße. Viele Ehemalige, Eltern und Freunde waren gekommen, aber auch internationale Gäste, die das einstündige Showprogramm mitgestalteten. Für Unterhaltung sorgte Zauberer Klaus Wernicke.

Über 15 Jahre leitete Manfred Schunk die Tanzsport-Abteilung, dann wünschte er sich einen Nachfolger, der auch mit Rainer Weigert gefunden wurde.

Anlässlich des 90jährigen Vereinsjubiläums gibt es wieder eine "Rot-Weiße Ballnacht" im Panorama-Hotel. Die ausverkaufte Veranstaltung mit der "Sven Olson Band" und einer Akrobatikdarbietung der "Jeannies" beginnt am 11. November um 20 Uhr.

1996

In der März/April-Ausgabe unserer Vereinszeitung erscheint erstmals ein Bericht, der vergangene Zeiten wieder aufleben lässt. Die anfänglich "Bilder aus dem alten Horn" genannte Serie wird 1998 zu "Horn damals". Mitglieder unseres Vereins sind auch maßgeblich am Aufbau eines Stadtteil-Archivs beteiligt, dass im alten Gemeindehaus der Martinskirche entsteht.

Unter der Leitung von Helmut Chudzinski wird unser Freizeithaus in Vietze vom 5. bis 8. April grundrenoviert. Mit dabei sind auch Marianne Chudzinski, Henning Knopp, Michael und Susanne Krauß, Gerd Peters und Ralf Zacher.

Kurz vor seinem 60. Geburtstag erliegt unser Mitglied Erich Claußnitzer den Folgen eines Herzinfarkts. Erich hatte von 1952 bis 1962 das Kinder- und Jugendturnen im H.H.T. mitgeprägt, war dafür 1960 mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet worden.

Mit Gisela und Jürgen Heyer hat das Vereinshaus ab 1. Oktober neue Pächter.

Am 9. November findet zum elften aber auch letzten Mal die fast schon traditionelle "Rot-Weiße Ballnacht" statt. Wieder einmal war sie weder ausverkauft noch kostendeckend. Erfreuen konnten sich alle an einer tanzakrobatischen Einlage des "ShowSternchens"  Yasmin Faslija (10).

1997

Mitgliederversammlung am 28. April: Lilo Sauerbier erhält die Ehrenmitgliedschaft für besondere Verdienste um den "Hamburg-Horner Turnverein" sowie einen "Lichtpokal" für 50jährige Vereinstreue!

Zum 1. Juli löst sich die Volleyball-Abteilung auf. Catrin Meier war nicht motiviert, die Abteilung ohne ein spielfähiges Damen-Team weiter zu leiten, und ein Nachfolger ließ sich leider nicht finden.

Nach den Sommerferien steht uns die "Turn-Aula" Stengelestraße nicht mehr zur Verfügung. Betroffen ist allerdings nur Gerd Rasquin, dessen Kunstturnerinnen und Sportakrobatinnen diese einmalige Einrichtung fast 25 Jahre nutzen konnten. Die von uns komplett mit Spezialgeräten ausgestattete Aula war einmalig in Deutschland. In der Pachthofhalle kann jetzt zwar weiter trainiert werden, Spitzensport ist aber nicht mehr möglich.

Neue Leiterin der Turnabteilung ist Barbara von Borstel, die das Amt von Anita Peters übernimmt.

Am 1. Oktober sind 849 Mitglieder im Verein.

Nur ein Vierteljahr lang sollte die Turnhalle Speckenreye renoviert werden, doch die Arbeiten zogen sich von April bis Dezember hin. Kinderturnen, Gymnastik, Badminton, Faustball und Fußball mussten während dieser Zeit in andere Hallen verlagert werden, doch die Kinderturngruppen der Speckenreye lösten sich leider auf.

1998

Ab 1. Januar gelten neue Vereinsbeiträge. Die Geschäftsstelle erhält Telefax und Anrufbeantworter.

Erstmalig wird der Horner TV im Internet vorgestellt. Im April hatte Gerd Rasquin ganz inoffiziell mit einer ersten Seite begonnen, doch schon im Oktober bekamen alle Abteilungen ihre eigene "Homepage".

Zum Deutschen Turnfest in München (31. Mai bis 7. Juni) fahren auch elf Vereinsmitglieder.

"20 Jahre Vereinshaus". Die kleine Jubiläumsveranstaltung findet am 10. Juli ab 15 Uhr auf dem Sportplatz Von-Elm-Weg statt. Bis 19 Uhr ist Kinderfest und Flohmarkt, danach eine "Grillfete". Für die musikalische Unterhaltung sorgen John Law & Byron Grant.

Im Rahmen der Aktion "Sport vor Ort" bieten wir vom 14. bis 21. September eine so genannte "Schnupperwoche" an.

Im Oktober hat der Verein 867 Mitglieder.

Am 7. Dezember stirbt Harry Sauerbier (78). Im Jahre 1932 schloss er sich dem H.H.T. an, war seit 1935 Flötist im Spielmannszug. Harry kannten alle als vielseitigen Sportfreund, er liebte auch Fußball, Badminton, Turnen und war zuletzt als Faustballer aktiv. 1955 erhielt Harry die Silberne Ehrennadel und bereits fünf Jahre später die Goldene. Auf der Mitgliederversammlung 1979 wurden seine Verdienste um den Verein mit der Ehrenmitgliedschaft anerkannt, und 1983 erhielt er sogar den Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes!

1999

Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr gelten ab Januar Euro und Cent.

Nach über 26 Jahren kehrt Werner Lüder als neuer Trainer für die Schüler- und Jugendklasse nach Horn zurück.

In der neuen Pachthofhalle trifft sich ab März montags eine Freizeit-Volleyballgruppe, die Sebastian von Borstel leitet.

Das Horner Stadtteilfest ist am 8. Mai auf der Rennbahn und "Sport vor Ort" am 11. September im  Billstedt-Center. Wir beteiligen uns an beiden Veranstaltungen.

Am 1. Oktober hat der Verein 802 Mitglieder.

"Zehn kleine Tannenbäume", ein Kinder-Mitmach-Konzert am 18. Dezember in der alten Pachthofhalle, das die Tradition der Weihnachtsveranstaltungen fortsetzt.

Schon am Mittag des 31. Dezembers beginnt auf der Erde die größte Feier der Menschheitsgeschichte: Silvester 1999!

 

2000

In der Saison 2000/2001 wird Fußball unter dem Namen "FC St. Georg-Horn" gespielt.

"In Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung der Sportakrobatik" verleiht der Deutsche Sportakrobatik-Bund (DSAB) Trainer Gerd Rasquin am 25. März die Silberne Ehrennadel.

Auf der Mitgliederversammlung am 14. April werden Helmut Chudzinski und Henry Oehmigen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für ihre 75jährige Vereinszugehörigkeit wird Anni Rieckmann geehrt.

Am 8. Juli beteiligt sich unser Verein wieder am alljährlichen Stadtteilfest, diesmal auf dem Spielplatzgelände im Horner Park, einem historischen Areal. Hier lag in früheren Zeiten ein schöner großer Teich, auf dem man Schlittschuh laufen konnte.

Wegen umfangreicher Umbauarbeiten wird der Sportplatz ab August für mehrere Monate gesperrt. Ende September sind Melanie und Matze Bittkau neue Wirte im Vereinshaus.

2001

Seit dem 6. März kann der kürzlich umgebaute Sportplatz wieder zum Fußballtraining genutzt werden.

Auf der Mitgliederversammlung am 24. April wird Marianne Chudzinski zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 5. Mai kann der neue Sportplatz mit moderner Flutlichtanlage festlich eingeweiht werden. Das Programm ums Vereinshaus beginnt Punkt 10 Uhr mit einem Fanfarenzug aus Pforzheim. Nach dem "Fanfarengetöse" und kurzen Ansprachen gibt's ein Fußballspiel sowie anschließend ein Elfmeterschießen. Natürlich darf auch die beliebte Torwand nebst Hüpfburg nicht fehlen. Einige Abteilungen stellen sich mit kleinen Ständen vor, im Vereinshaus präsentieren die ShowSternchen tolle Tanz-Akrobatik und auch die "Geschichtswerkstatt Horn" ist dabei. Gerd von Borstel entführt in vergangene Zeiten.

11. September: Terroranschläge in den USA.

Am 1. Oktober sind nur noch 732 Mitglieder im Verein.

Martinskirche, Horner Turnverein und die "Geschichtswerkstatt Horn" gestalten am 11. November im Gemeindesaal das Kirchweihfest. Alle begeistert dieser schöne stilvolle Nachmittag, der das schlechte Wetter draußen vergessen lässt.

Am 1. und 15. Dezember ist die Pachthofhalle von 10 bis 17 Uhr für alle Kinder zum Turnen und Spielen geöffnet, deren Eltern in Ruhe für Weihnachten einkaufen möchten. Barbara von Borstel leitet diese originelle Aktion.

2002

Am 1. Januar ist der EURO unsere neue Währung! Kinder und jugendliche Mitglieder zahlen jetzt monatlich 5,50 €, Erwachsene 11 €. Neue Leiterin der Tanzsport-Abteilung und damit Nachfolgerin von Rainer Weigert ist Karin Werner.

Einer unserer langjährigen Inserenten feiert am 6. April Jubiläum: "75 Jahre Fahrrad Pagels".

Für die Gestaltung des Jubiläumsjahres 2005 hat sich ein Festausschuss gebildet, der aus Barbara und Gerd von Borstel, Kerstin Eybe, Dieter Flato und Gerd Rasquin besteht.

Deutsches Turnfest in Leipzig (18. bis 25. Mai). Zehn Vereinsmitglieder beteiligten sich u.a. beim Beach-Volleyball und am DTB-Wahlwettkampf.

Anfang Juni stirbt Gunnar Fust, seit 1968 kooperativer und freundlicher Hausmeister der Schule Speckenreye.

15. Juni: Horner Stadtteilfest an der Straße Beim Gojenboom. Auch wir sind wieder mit Bühnen-Vorführungen vertreten.

Am 1. Oktober gibt es 780 Vereinsmitglieder.

Kinder-Weihnachtsfeier mit Filmvorführung ist am 19. Dezember, diesmal im Gemeindesaal der Martinskirche.

2003

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Verein in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament Horn am Projekt "Sport mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten".

Am 5. März ist Kinderfasching in der alten Pachthofhalle.

Der Horner Turnverein hat eine neue Internet-Adresse.

Wie im Vorjahr findet das Horner Stadtteilfest wieder "Am Gojenboom" statt. Auf der kleinen Bühne präsentieren wir uns am 14. Juni mit Gymnastik und den "ShowSternchen".

Am 1. Oktober werden 775 Vereinsmitglieder gezählt.

2004

Als Anerkennung für erfolgreiche Stadtteil- und Jugendarbeit erhält der Horner TV am 1. Januar den mit 250 Euro dotierten "Horner Bürgerpreis". Er wird dem 1. Vorsitzenden Helmut Chudzinski und Jugendwartin Barbara von Borstel überreicht.

Den alljährlichen Kinderfasching gestaltet am 25. Februar wieder "Barbara", unterstützt von fleißigen Helferinnen.

Die Mitgliederversammlung am 21. April wählt neben Dietmar Herbst (2. Vorsitzender) und Eveline Turek (Schatzmeisterin) auch Helmut Chudzinski wieder ins Amt. Damit ist er länger 1. Vorsitzender als alle anderen vor ihm!

Nach mehrjähriger Pause rufen Vereinswirt Matze und Koch Peter den "Wolfgang Liehr Gedächtnispokal" wieder ins Leben. Zahlreiche Zuschauer sehen am 20. Mai tolle Spiele.

"35 Jahre Gymnastik Speckenreye", das wird am 23. Juni im Vereinshaus mit Büfett und Tanz groß gefeiert.

Am 28. Juni stirbt Rosemarie Heinecke (64), langjährige Leiterin des Spielmannszugs und Turn-Übungsleiterin.

Werner Lüder (68), seit Jahrzehnten stets emsig in Sachen Tischtennis, erhält den mit 777 Euro dotierten "1. Hamburger Ehrenamtpreis".

Älteste Mitglieder sind seit 1925 Alfred Jacobs (95) und Anni Rieckmann (91).

2005

Der erste Höhepunkt des hundertjährigen Vereinsjubiläums war ein Empfang für geladene Gäste und Vertreter der Presse am 8. Februar 2005 im Vereins- und Jugendhaus am Von-Elm-Weg. Tags darauf war Kinderfasching in der Turnhalle der Pachthofschule.

Am 12. Februar folgte dann der Jubiläumsfestball im neuen Hotel auf der Horner Rennbahn. Im Rahmen des Stadtteilfestes präsentierten wir uns am 11. Juni mit zahlreichen Vorführungen in der Turnhalle und auf einer kleinen Außenbühne. Die Festlichkeiten zum "Hundertjährigen" endeten am 11. November mit einem großen Laternenumzug für die Jüngsten.

 


Ehrentafeln


Chronist: Gerd Rasquin                                               

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